Bund der Steuerzahler kritisiert Zypern-Rettung scharf

Scharfe Kritik an der Zypern-Rettung kommt vom Vorsitzenden des Bundes der Steuerzahler in Bayern, Rolf von Hohenau. Er kritisiert nicht nur die aktuellen Rettungsbemühungen durch die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Für Hohenau war bereits die Hereinnahme der Zyprioten in den Euroraum als ausgewiesene „Steueroase“ eine wirtschafts- und währungspolitische Todsünde. Ähnlich fahrlässig sei man auch mit dem maroden Griechenland umgegangen und habe in der Vergangenheit dessen Status niemals ernsthaft bewertet. Auch die Rolle der EZB sieht der Interessensvertreter der deutschen Steuerzahler mehr als kritisch.

EZB hat dem kranken Zypern Vorschub geleistet

Vor allem die großzügigen Engagements der EZB über das Großsummenzahlungssystem Target-2 hatte laut Hohenau die Verschuldung der Inselrepublik ins Uferlose wachsen lassen. So hätte Zypern allein über Target-2 seit 2008 rund sieben Milliarden Euro an Krediten „gezogen“. Die gesamte EZB habe aber nur ein Haftungskapital von elf Milliarden, von denen nur 7,5 tatsächlich einbezahlt seien, sodass ein Totalausfall der Zyprioten bei Target-2 eine „Auslöschung“ des EZB-Haftungskapitals bedeutet hätte.

Hohenau kritisiert nicht nur den 2008 erfolgten „voraussetzungslosen“ Beitritt Zyperns in die Eurozone im Wissen, dass dort Bankgeschäfte 40 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen und es eine Steueroase ist. Neben Zypern als klassischem Anlageort etwa für russisches Geld würden auch andere EU-Mitgliedsstaaten ihren Status als Steueroasen innerhalb der Eurozone ausleben, so etwa Belgien, Luxemburg, Malta und die Niederlande.

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