Europäische Union plant den Zugriff auf Spareinlagen

Die Europäische Union plant mittelfristig den Zugriff auf die Bankguthaben der Sparer und Anleger. Es zirkuliert bereits ein Entwurf der EU-Kommission zur Bankenrettung. Tenor des Strategiepapiers: Eigentümer und Anleger müssen gleichermaßen bluten. Gleichzeitig sollen auch Kredite, die zwischen den Banken gewährt werden, in die Sanierung einbezogen werden.

Selbst die bisherige „Heilige Kuh“, die 100.000-Euro-Grenze bei der Einlagensicherung, steht in Diskussion. Sollten die Beiträge der großen Anleger bei zukünftigen Bankensanierungen nicht reichen, dann soll diese Grenze teilweise oder sogar gänzlich fallen. Experten sehen diese Garantie ohnehin als nur noch theoretisch an, da die Sparer so oder so zur Kasse gebeten werden. Greift die Einlagensicherung, müssen sie als Steuerzahler den Ausfall bedienen, greift sie nicht, haben sie einen Direktverlust. Etwa könnte es Anlegern in Deutschland und Österreich passieren, dass sie als Steuerzahler für die Bankensanierung in Griechenland und Zypern zahlen, gleichzeitig aber bei einem Wegfall der Einlagensicherung bei einem heimischen Bankencrash direkte Verluste tragen müssen.

Vertrauen in Bankensystem ist massiv belastet

Durch die geplante Heranziehung des „Interbanken-Geschäfts“ als Haftungsgrundlage bei maroden Banken wird das Vertrauen in das Bankensystem neuerlich massiv belastet. Derzeit gibt es eine massive „Derivatblase“, die zwischen den Finanzinstituten hängt. Deren Größe liegt im Billionen-Euro-Bereich. Sollte diese Blase platzen, dann wäre das gesamte weltweite Finanzsystem auf einen Schlag in Schieflage.

Gleichzeitig wird aber bei der Sanierung maroder Staaten und Banken massiv getrickst. Wie jetzt aus Nikosia bekannt wurde, haben über 6.000 Anleger bei zypriotischen Banken noch vor dem definitiven Beschluss des „Rettungspakets“ Gelder über der Wertgrenze von 100.000 Euro von den betroffenen Instituten ins Ausland transferiert und damit einem möglichen Zugriff entzogen.

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