Taliban fahren in Afghanistan Opium-Rekordernte ein

Mehr als zwölf Jahre nach dem Einmarsch der NATO in Afghanistan ist eine Bilanz zu ziehen: Der Westen hat den Kampf gegen den Anbau von Schlafmohn, der pflanzlichen Grundlage für die Opium- und damit Heroinherstellung auf allen Linien verloren. Die USA und Europa hatten sich am Beginn ihres Feldzugs gegen die Taliban am Hindukusch neben der Bekämpfung der radikalen Islamisten auch die Eindämmung des Drogenanbaus auf die Fahnen geschrieben. Die Opiumproduktion ist in Afghanistan und Pakistan die wesentliche ökonomische Grundlage für den religiösen Feldzug gegen den Westen. 2012 war bereits das dritte Opium-Rekordanbaujahr in Afghanistan hintereinander.

20 von 34 afghanischen Provinzen bauen Schlafmohn an

Von UNO-Experten wird berichtet, dass 2013 bereits in 20 von 34 afghanischen Provinzen Schlafmohn produziert wird. Im Jahr 2010 waren „nur“ 14 Provinzen von der Opiumwirtschaft beherrscht. Afghanistan baut damit seine unangefochtene Top-Position als weltgrößter Opiumproduzent weiter aus. Wenn die Wetterverhältnisse passen, werden heuer rund 90 Prozent des Opiums aus dem Gebiet um den Hindukusch kommen. Die größten Anbaugebiete gibt es aktuell in den Süd-Provinzen Helmand und Kandahar, wo die US-Truppen gerade abgezogen sind. Die internationalen Drogenhändler haben die Opiumwirtschaft perfekt organisiert. Sie stellen Saatgut und Düngemittel bereit und kaufen die zu erwartende Ernte bereits im Voraus. Bei Ernteausfällen kommt es zu mittelfristigen Stundungen der Vorschüsse an die Drogenbauern.

Taliban teilen Einnahmen mit Produzenten und Beamten

Neben der internationalen Abnahme und Vorfinanzierung des Opiumanbaus ist auch der politische und militärische Schutz der Drogenbauern konsequent organisiert. An der Spitze stehen vielerorts regionale Taliban-Führer. Diese hatten vor Jahren in Zeiten einer schwierigen Finanzierung ihres „Heiligen Krieges“ Drogen als lukrative Einnahmequelle entdeckt. Heute bauen sie entweder selber großflächig an oder kassieren von den Drogenbauern „Schutzzölle“. Geteilt werden die Einnahmen mit korrupten Beamten. Aktuell leben drei Millionen Afghanen von der Drogenwirtschaft.

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