SPÖ und ÖVP wollen sich vor TV-Diskussion drücken

Vor Nationalratswahlen haben Zweier-Konfrontationen im ORF Tradition. Die Seher können zwischen den jeweiligen Spitzenkandidaten direkte Vergleiche ziehen und sich ein gutes Bild davon machen, wer zum jeweiligen Themenkreis die besseren Argumente und Konzepte vorzubringen hat.

Kein besonderes Zutrauen zu ihren Spitzenkandidaten und zur Leistungsbilanz ihrer Parteien scheinen SPÖ und ÖVP zu haben. Denn wie ist es anders zu erklären, dass beide Regierungsparteien an den ORF mit dem Wunsch herangetreten sind, diesmal nicht mit den Oppositionspolitikern konfrontiert zu werden? Anstatt der lästigen Diskussionen wünsche man sich vielmehr Bürgerforen, denn dort könne man über Themen reden, die die Bürger wirklich interessieren. Ja, in Regierungskreisen ist man sich darüber einig, was den Zuseher zu interessieren hat und was nicht.

FPÖ-Generalsekretär: Demokratiepolitischer Skandal

Empörung verursachte das Bekanntwerden der Intervention von SPÖ und ÖVP bei den Oppositionsparteien. Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist das Ansinnen, die Zweier-Konfrontationen ersetzen zu wollen „ein demokratiepolitischer Skandal der Sonderklasse, wie er wohl nur in totalitären Regimen vorkommt, um die Opposition mundtot zu machen“. Ähnlich dazu das BZÖ: „Diese Zensurversuche sind bezeichnend für das Demokratieverständnis und Medienverständnis von Rot und Schwarz.“ Auch die Grünen sprechen in diesem Zusammenhang „von einem merkwürdigen Demokratieverständnis.“

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