Dänemark: 380 Milliarden Euro schwerer Hypothekenmarkt kippt

20. April 2013 - 18:00

Nun erfasst die Finanzkrise auch das ökonomisch bisher stabile Dänemark mit voller Wucht. Bisher zählte das Land zu jenem exklusiven Klub der europäischen Staaten, die noch über ein Triple-A Rating verfügen. Dies könnte durch ein Kippen des überschuldeten Hypothekenmarktes nun gefährdet sein. Seit 2003 boten dänische Bankinstitute die Option an, Kapitalrückzahlungen um Jahrzehnte zu verschieben.

Aktuell machen die „Nur-Zins-Hypotheken“ - besicherte Schulden, von denen nur die Zinsen bezahlt werden - bereits 56 Prozent der offenen Hypothekardarlehen in Dänemark aus. Betragsmäßig geht es dabei um eine Summe von 380 Milliarden Euro. Mehr als 100.000 Hauseigentümer sind in massiven Schwierigkeiten, da die Immobilienpreise in den letzten Jahren um gut 20 Prozent gesunken sind und dadurch die Sicherheit für die Bank an Wert verliert.

Dänen sind um 322 Prozent überschuldet

Düstere Prognosen stellen die Ratingagentur Standard & Poor's sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) für Dänemark auf. Sie raten dem dänischen Finanzsektor dringend, den maroden Hypothekardarlehen-Markt zurückzufahren, da die Überschuldung der dänischen privaten Haushalte dadurch bereits 322 Prozent erreicht habe. Aktuell sind die Abschreibungen der Hypotheken-Branche wegen absoluter Uneinbringlichkeit in nur sechs Monaten um 51 Prozent auf 1,9 Milliarden Kronen, das sind umgerechnet 250 Millionen Euro, angestiegen. Diese Entwicklung könnte sich bis zum Ende des Jahres 2013 weiter beschleunigen.

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