Belgische Polizei nimmt sechs Salafisten fest

22. April 2013 - 10:26

Die belgische Polizei leitete nun einen "Aktion Scharf" gegen den salafistischen Untergrund ein. Bei einer großangelegten Anti-Terror-Razzia wurden sechs mutmaßliche Salafisten festgenommen. Sie gehören zur radikalislamischen Gruppe Sharia4Belgium. Diese sucht seit eineinhalb Jahren in Brüssel und anderen belgischen Metropolen Rekruten für den bewaffneten Kampf in Syrien.

Offiziell hatte sich die radikale Gruppierung vor einem knappen Jahr aufgelöst, im Untergrund soll die konspirative Tätigkeit jedoch noch ausgeweitet worden sein. Die Sicherheitsbehörden in Belgien gehen davon aus, dass Sharia4Belgium zu einem international tätigen Netzwerk von extremistischen Islamisten gehört. In der jüngsten Vergangenheit sollen über dieses Netzwerk 33 belgische Salafisten nach Syrien geschleust worden sein. Möglicherweise in Zusammenhang damit steht auch die Schließung einer Suppenküche nahe Brüssel, deren wahrer Zweck es gewesen sei soll, Kämpfer für den Bürgerkrieg in Syrien anzuwerben. Die Einrichtung war von einem zum Islam konvertierten Belgier betrieben worden.

Innenministerin Milquet leitet Kampf gegen Salafisten

Bereits im März dieses Jahres hatte die christdemokratische Innenministerin Joëlle Milquet eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Verbindungen zwischen Belgien und den radikalislamistischen Kampfverbänden in Syrien zu überwachen. Das Ergebnis dieser Arbeit war die nun stattgefundene Razzia an 48 Orten und unter Einsatz von 225 Beamten in Brüssel, dem Umland der Hauptstadt, in Wallonien und in Antwerpen. Die Ermittler stellten Computer, Handys und Bargeld sicher. Über Waffen- oder Sprengstofffunde wurden bisher keine bestätigten Meldungen durch die Polizei veröffentlicht.

Bereits Ende März kam es zu einer Polizeiaktion gegen den salafistischen Terror-Untergrund. Dabei war ein aus Algerien stammender mutmaßlicher Terrorist in einem Schusswechsel mit der Polizei auf einer Autobahn getötet worden. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung in dessen Wohnung in Brüssel fanden die Ermittler Waffen, Explosivstoffe, Munition und militärische Ausrüstung.

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