Colorados wieder an der Macht: HC wird Präsident in Paraguay

Wird HC Präsident in Paraguay? Diese Frage stellte die Unzensuriert.at-Redaktion schon im Jahr 2011, als eine Polit- und Wirtschafts-Delegation unter der Leitung des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf diesen Staat in Südamerika besuchte. Seit Sonntag kann diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden. Horacio Cartes (56), der auf den Wahlplakaten als „HC“ beworben wurde, gewann die Präsidenten-Wahl in Paraguay ganz klar mit 45,91 Prozent der Stimmen.

Damit kehrt die Partei des Langzeit-Machthabers Alfredo Stroessner in Paraguay triumphal an die Macht zurück. Der größte Rivale von Cartes, Efrain Alegre (50) von den Liberalen, kam nur auf 36,84 Prozent. Mit 68 Prozent war die Wahlbeteiligung höher als vor fünf Jahren. Damals war die Partido Colorado nach 61 Jahren ununterbrochener Herrschaft vom früheren Bischof Fernando Lugo mit einer breiten Koalition besiegt worden. Lugo wurde im Vorjahr mit großer Mehrheit der Abgeordneten im Parlament abgesetzt. Er wurde für den Tod von 17 Menschen bei blutigen Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und der Polizei verantwortlich gemacht. Anstelle des Priesters hievten die Parlamentarier ­- trotz internationaler Proteste – den 49-jährigen gelernten Chirurgen Federico Franco, der als gemäßigter Liberaler gilt, an die Spitze des Staates.

Vorsitzende Samaniego bei Österreich-Delegation

Nach dem Wahlerfolg am Sonntag regiert ab August Horacio Cartes das Land als Präsident. HC ist präsentabel, finanzstark und Präsident des erfolgreichen Fußballclubs Libertade. Er gehört der Colorado-Partei an, einer rechts-konservativen Vereinigung, deren Vorsitzende Lilian Samaniego der Österreich-Delegation im Jahr 2011 in Asunción einen Besuch abstattete. Die Schwester des Bürgermeisters von Asunción kam mit einer großen Abordnung. Es sei eine große Ehre für sie, diese Delegation mit Martin Graf, EU-Abgeordneten Andreas Mölzer, Nationalratsabgeordneten Gerhard Deimek und dem Zweiten Wiener Landtagspräsidenten, Johann Herzog, kennen zu lernen. „Im Moment sind wir in der Opposition, jedoch von der Wählerschaft her die wichtigste und größte Partei“, so Lilian Samaniego damals. Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und eine moderne Partei geformt, die sehr nahe am Bürger sei.

Flugzeugabsturz und geplanter Anschlag

Mit dieser Taktik und einem populären Kandidaten haben es die Colorados zurück an die Macht geschafft. Überschattet wurde der Wahlkampf durch zwei Ereignisse: Bei einem Flugzeugabsturz Anfang des Jahres verlor Paraguay mit dem 69-jährigen Ex-General und Putschisten Lino Oviedo, der eine entscheidende Rolle 1989 beim Staatsstreich gegen Diktator Stroessner spielte, eine schillernde Persönlichkeit. Auch Oviedo wollte sich für die Präsidentschaft bewerben. Seine Anhänger glauben bis heute nicht an einen Unfall, sie vermuten einen Anschlag. Einen Verdacht auf ein Attentat gab es auch im Finale des Wahlkampfes. Zwei Männer sind unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Anschlag während der Wahlen geplant zu haben. Innenminister Carmelo Caballero erklärte auf einer Pressekonferenz am Sonntag in Asunción, die bewaffneten Bolivianer seien am Vortag inhaftiert worden. Es bestehe der begründete Verdacht, dass sie einen Politiker ermorden wollten, um den Wahlprozess zu stören. Wem der Anschlag gegolten hätte und wer ihn in Auftrag gegeben haben soll, wurde nicht bekanntgegeben.

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