Neuverschuldung in Euro-Südstaaten explodiert

Zahlreiche Euro-Staaten haben im Vorjahr weit mehr neue Schulden gemacht als geplant. Zwar ging die Neuverschuldung der gesamten Eurozone von 2009 bis 2012 von 6,4 Prozent auf 3,7 Prozent zurück, doch in den Südstaaten Griechenland, Spanien, Frankreich oder Portugal explodieren die Defizite weiter.

Im Sorgenland Nummer Eins, Griechenland, stieg das Defizit im Jahr 2012 um 0,5 Punkte auf zehn Prozent. Die EU-Kommission ging ursprünglich von einem Defizit von 6,6 Prozent für das letzte Jahr aus. Griechenland soll bis 2016 die Drei-Prozent-Grenze unterschreiten. Äußerst negativ schnitt auch Portugal ab, dessen Defizit um zwei Punkte auf 6,4 Prozent anwuchs. Die Kommission hatte mit „nur“ fünf Prozent gerechnet. Lediglich Musterschüler Deutschland kann mit einem bescheidenen Überschuss von 0,2 Prozent die Lage etwas stabilisieren.

Spanien und Frankreich sind ebenfalls bankrott

Auch Frankreich und Spanien haben 2012 ihre Defizitziele weit verfehlt. Das Haushaltsloch im sozialistisch regierten Frankreich schnellte auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinauf, angestrebt waren 4,5 Prozent. Spanien erhöhte sein Defizit auf immense 10,6 Prozent, die EU-Kommission war von 10,2 Prozent ausgegangen. Die Kommissare in Brüssel wollen den maroden Staaten neuerlich mehr Zeit geben, unter die Maastricht-Grenze von 3 Prozent Neuverschuldung zu kommen. Gegen Sparpakete wenden sich alle betroffenen Staaten, denn diese würden die Konjunktur abwürgen. Man exportiert lieber die Krise und hofft, dass die noch starken mittel- und nordeuropäischen Volkswirtschaften wieder einmal querfinanzieren.

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