Sexualdelikte: Täter kommen nur selten in U-Haft

Interessante Details zur Behandlung von Sexualdelikten durch die österreichische Justiz brachte eine an den Nationalrat übermittelte Aufstellung für 2012 zu Tage. Insgesamt gab es 6918 Strafanzeigen wegen Sexualdelikten. Die Delikte reichten von Vergewaltigung und geschlechtlicher Nötigung über sexuellen Missbrauch von Unmündigen bis hin zur sexuellen Belästigung.

Nur 587 Verdächtige kamen in U-Haft

Obwohl es sich bei Sexualdelikten durchwegs um schwere Straftaten handelt, mündeten nicht einmal zehn Prozent der Anzeigen auch in eine Untersuchungshaft für die mutmaßlichen Täter, nur 587 Verdächtige wurden in Haft genommen. Selbst bei den bundesweit eingelangten 1384 Anzeigen wegen Vergewaltigung wurde nur in 146 Fällen die Untersuchungshaft verhängt. Im Sprengel der Staatsanwaltschaft Wien ist das Missverhältnis mit nur 26 U-Hägtlingen bei 429 Vergewaltigungsfällen am deutlichsten. Bei schwerem sexuellem Missbrauch von Minderjährigen kam es bei 674 Anzeigen ebenfalls zu nur in 97 Fällen zu einer Untersuchungshaft.

Entlarvend ist auch das Verhältnis zwischen Anzeigen und tatsächlich erfolgten Verurteilungen bei Vergewaltigungsdelikten. 1384 Anzeigen stehen lediglich 103 Verurteilungen entgegen. Das sind bescheidene 7,4 Prozent.

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