Großes Listenwirrwarr bei Tiroler Landtagswahl

Ein großes Listenwirrwarr herrscht bei der Landtagswahl am 28. April in Tirol. Nicht weniger als 11 Parteien und Listen kandidieren dort und bemühen sich um den Einzug in den Tiroler Landtag. Nachdem die Österreichische Volkspartei über Jahrzehnte hinweg mit großer Mehrheit regiert hat, scheint das bürgerliche Lager nun total zersplittert. Aus dem Umfeld der ÖVP kandidieren allein fünf Listen. So hat sich die ÖVP-Abspaltung Liste Fritz aus dem Jahr 2008 nunmehr auch in zwei Gruppen aufgespalten. Daneben kandidieren die ÖVP-Ableger „Für Tirol“ und „Vorwärts Tirol“. Und das neue Team Stronach hat sich schon vor der Listeneinreichung in gleich drei Fraktionen geteilt, wobei allerdings nur eine Liste zur Wahl antreten darf. Einzig die FPÖ ist als Dritte Kraft ein stabiles Angebot für die Wähler.

ÖVP hat Integrationskraft verloren

Bis in die achtziger Jahre konnte die ÖVP bei Landtagswahlen oft mehr als zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Ausgehend von der Landeshauptstadt Innsbruck hat sich die ÖVP aber in den letzten 25 Jahren in mehrere, zum Teil verfeindete Gruppen aufgespalten. Der ehemalige innerparteiliche Oppositionelle Herwig Van Staa konnte seinerzeit als Landeshauptmann mit seinen Anhängern noch einmal in die Mutterpartei integriert werden. Der langjährige schwarze Arbeiterkammerpräsident Fritz Dinkhauser blieb mit seinen Anhängern außerhalb der Partei und konnte 2008 sogar den zweiten Platz bei den Landtagswahlen erringen. Nun hat sich aber auch diese Liste in zwei verfeindete Gruppen gespalten. Dazu kommen die weiteren ÖVP-nahen Listen Vorwärts Tirol und Für Tirol, die ebenfalls im schwarzen Wählerteich fischen.

Team Stronach laufen Kandidaten und Funktionäre davon

Bis vor wenigen Monaten gaben Beobachter der Tiroler Landespolitik dem Team Stronach realistische Chancen, in den Landtag einzuziehen. In den letzten Wochen hat sich bei der Stronach-Landespartei aber ebenfalls der Spaltzpilz eingenistet. Mit nicht weniger als drei verschiedenen Landtagswahllisten wollten Repräsentanten Stronachs antreten. Die Wahlbehörde machte den rivalisierenden Anhängern einen Strich durch die Rechnung und ließ ausgerechnet die nicht die autorisierte Liste zum Zug kommen. Parteigründer Stronach kratzte noch einmal die Kurve und nahm die ursprünglich gegen seine Interessen aufgestellte innerparteiliche Oppositionsliste unter seine Fittiche. Damit vergrämte er aber wieder andere Anhänger. Mittlerweile sind die Wähler maximal verwirrt. Dies könnte Stronachs Chancen deutlich schmälern.

Bewährter FPÖ-Oppositionspolitiker Gerald Hauser stellt sich den Wählern

Im vielfältigen Listenwirrwarr ist einzig die FPÖ eine kalkulierbare Oppositionspartei. Mit dem engagierten Landesobmann Gerald Hauser, einem erfolgreichen Bürgermeister aus St. Jakob im Defereggen in Osttirol, und dem bewährten Innsbrucker Kommunalpolitiker Rudi Federspiel sind die Tiroler Freiheitlichen ein seriöses Angebot an alle jene, die eine stabile Opposition mit klaren Positionen wollen.

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