Tirol: ÖVP gewinnt auf niedrigstem Niveau

Die Tiroler Landtagswahl hat ein historisches Ergebnis zu Stande gebracht. Die ÖVP hat in ihrer ehemaligen Hochburg mit 39,56 Prozent das bisher schlechteste Ergebnis in ihrer fast vier Jahrzehnte dauernden Parteigeschichte eingefahren. Dennoch jubelt Landeshauptmann Platter, denn es steht ihm weiterhin eine zersplitterte Opposition gegenüber, aus der sich den potentiell billigsten Koalitionär als Partner herauspicken kann. Die SPÖ befindet sich ebenfalls auf einem Tiefststand, während die Grünen leicht zulegen konnten. Zertrümmert wurde die ehemalige „Liste Fritz Dinkhauser“, die zwei Drittel ihrer Stimmen verlor. Die FPÖ konnte trotz Stimmenverlusten ihren Mandatsstand halten und kam knapp vor der neuen Bürgerliste Vorwärts Tirol zu liegen, während das Team Stronach völlig abstürzte. Bescheiden war auch die Wahlbeteiligung, die – vor Auszählung der Wahlkarten – um 10 Prozent zurückgegangen war.

ÖVP unter 40 Prozent, SPÖ eine Kleinpartei

Die ÖVP stürzte erstmals in ihrer Geschichte in Tirol unter die magische Grenze von 40 Prozent ab. In den letzten drei Jahrzehnten hat sie fast 30 Prozent ihrer Wählerstimmen verloren. Von seinerzeit 25 Mandaten sind nur mehr 16 verblieben. Die SPÖ muss sich mit einem Wähleranteil von 13,8 Prozent begnügen. Und auch die Grünen – einzige bisherige Landtagspartei mit einem bescheidenen Plus von 1,4 Prozent – hatten schon bessere Zeiten.

FPÖ hielt ihren Mandatsstand, Stronach scheiterte deutlich

Wenig konnten auch die bürgerlichen Splittergruppen, alle von der ÖVP abgespalten, am Wahltag bewegen. „Vorwärts Tirol“, unterstützt von der Innsbrucker Bürgermeisterin und ihrer ÖVP-Abspaltung, konnte der ÖVP den ersten Platz bei weitem nicht streitig machen. Das ehemalige Lager von Fritz Dinkhauser, zerfallen in zwei Listen, verlor fünf seiner ehemals sieben Mandate. Einzig die FPÖ konnte trotz Stimmenverlusten ihre vier Mandate halten. Zum „Begräbnis erster Klasse“ wurde die Wahl für das Team Stronach, das mit 3,4 Prozent deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

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