Berlakovich macht sich zum Handlanger der Pestizid-Lobby

Bereits über mehrere Jahre hinweg macht Europas Imkern das ungewöhnlich hohe Ausmaß des Sterbens ihrer Bienenvölker zu schaffen. Dafür mitverantwortlich machen die Bienenzüchter bestimmte bienenschädliche Pestizide, Neonicotinoide, die wissenschaftlichen Studien zufolge bei Bienen zu Desorientierung und Tod führen. Vehement forderten sie ein EU-weites Verbot dieser Gifte.

Minister verharmlost Problem

Während Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) schon seit Jahren keinen kausalen Zusammenhang zwischen diesen Pestiziden und dem Bienensterben sehen will, verweist die Umweltorganisation Global 2000 auf die sogenannte „Melissa Studie“, aus der hervorgeht, dass der Beitrag von in der Landwirtschaft ausgebrachten Neonicotinoiden am Bienensterben wesentlich höher ist, als dies von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zugegeben wird. Ungeachtet dessen bezeichnet Berlakovich das Bienensterben bloß als „marginales Problem“.

Wie unbeirrbar Minister Berlakovich darin ist, die Interessen der Pestizidlobby zu wahren, zeigte sein Abstimmungsverhalten, als es darum ging, am 29. April ein EU-weites Verbot der bienenschädlichen Gifte zu beschließen. Als einer von acht Ministern stimmte er, auch zum Unmut des Koalitionspartners, für einen weiteren Einsatz der Giftstoffe in der Landwirtschaft. Mit 15 Stimmen wurde das Verbot dennoch beschlossen.

Pestizideinsatz ist Amtsgeheimnis

Wie unangenehm dem Minister dieses Thema bereits sein muss, zeigt der Umstand, dass er nicht einmal darüber Auskunft geben wollte, welche Mengen an bienenschädlichen Pestiziden in Österreich freigesetzt wurden. Kurzerhand erklärte er dies zum Amtsgeheimnis. Unter medialen Druck geraten, musste Berlakovich seine Verweigerungshaltung jedoch aufgeben und bezifferte gegenüber dem ORF die Menge an ausgebrachten Neonicotinoiden mit 10 Tonnen pro Jahr.

FPÖ-Umweltsprecher fordert Rücktritt

FPÖ-Umweltsprecher Norbert Hofer bezeichnet Berlakovich in einer Presseaussendung als „Giftminister“ und stellt die Frage, „wie und mit welchen Mitteln die Pestizidlobby den Minister dazu gebracht hat, sich bei der letzten Abstimmung zu Bienengiften gegen die Interessen Österreichs zu stellen und welches Pferd ihn nun auch noch geritten hat, den Verbrauch von Pestiziden in Österreich unter ein Amtsgeheimnis stellen zu wollen“. Wiederholt fordert Hofer den Rücktritt des Ministers, da dieser für jeden, dem Umweltfragen ein Anliegen sind, zum Inbegriff einer Fehlbesetzung geworden sei und in diesem Amt nichts verloren habe.

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