Euro-Politik: Deutschlands Linke nähert sich AfD-Linie

Bis heute ist die Linkspartei die einzige im deutschen Bundestag vertretene Kraft, die zumindest gegen die Auswüchse der Eurorettung auftritt und den folgenschweren Beschlüssen rund um den ESM die Zustimmung verweigerte. Jetzt geht die Partei – offenbar in Angst, eurokritische Wähler zu verlieren – einen Schritt weiter. Ihr ehemaliger Vorsitzender Oskar Lafontaine tritt für die Wiedereinführung nationaler Währungen ein.

Hintergrund könnte das starke Auftreten der “Alternative für Deutschland” sein, die sich seit Anbeginn klar für ein Ende des Euro positioniert hat. Damit werden auch Bürger angesprochen, die bisher – oft wohl auch trotz ideologischer Differenzen – die Linke als kleinstes Übel in der EU-Politik gewählt haben. Lafontaine ist offenbar der Erste in seiner Partei, der diese Wähler nicht kampflos gehen lassen möchte.

Lafontaine sagt Nein, Kipping sagt Ja zum Euro

“Lafontaine vertritt nun genau das Konzept, das die Alternative für Deutschland vorgeschlagen hat”, nahm der Vorsitzende der AfD, Bernd Lucke, die Entwicklung mit Genugtuung zur Kenntnis, merkte jedoch an, Lafontaine stehe mit seiner Meinung innerhalb der Linkspartei noch ziemlich alleine da. Tatsächlich sind andere Linkspartei-Proponenten bemüht, Gemeinsamkeiten zu leugnen und die neue Bewegung zu diskreditieren. Die AfD sei “eine Rechtspartei, die wirtschaftspolitisch neoliberal, demokratiefeindlich, außenpolitisch militaristisch und latent rassistisch ist”, schrieb die Bundesvorsitzende Katja Kipping in einem Gastbeitrag für das Neue Deutschland und betonte zugleich: “Wir sagen Ja zum Euro.”

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