Der Unsinn über die Umvolkung und ihre Gegner

Heute wählt Salzburg einen neuen Landtag. Dominiert wurde der Wahlkampf vom Finanzskandal, der auch der Grund für das Vorziehen des Urnengangs war. Sowohl die SPÖ unter Gabi Burgstaller als auch die ÖVP unter Wilfried Haslauer sind tief verstrickt. Dennoch wollen beide im Amt bleiben. Ablenkung von der Finanzmalaise bot zwischendurch die Aufregung über einen Satz des FPÖ-Spitzenkandidaten Karl Schnell.

„In gewissen Bereichen gibt es diese Umvolkung. Dass man sich dagegen wehrt, hat nichts mit Rechtsradikalismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun“, hatte Schnell im Interview mit der Presse gesagt und dabei auch auf Andreas Mölzer Bezug genommen, der schon 1992 vor einer Umvolkung gewarnt hatte. Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten.

Täter-Opfer-Umkehr in Umvolkungs-Debatte

Jedes Mal, wenn ein FPÖ-Politiker das Wort „Umvolkung“ in den Mund nimmt, wird wochenlang medial auf ihn eingedroschen. Das sei ein Begriff aus der NS-Zeit. Richtig. Und es beschreibe etwas ganz Grässliches. Richtig. Aber: Die FPÖ ist ja dagegen – als einzige Partei!

Als Andreas Mölzer im Februar 1992, damals Kärntner FPÖ-Bundesrat, erstmals die Kritik an den Folgen unkontrollierter Massenzuwanderung auch mit dem Begriff „Umvolkung“ untermalte, brach ein Sturm der Entrüstung los, der über Jahre immer wieder gegen ihn aufbrandete – als er selbst längst nur mehr „Ethnomorphose“ sagte. Auch dass sich Mölzer auf die Wissenschaft berufen hatte, in der beispielsweise Prof. Irenäus Eibl-Eibesfeldt die Majorisierung von Tierarten durch andere und deren Verdrängung als „Umvolkung“ zusammenfasste, hatte nichts geholfen. Typisch, dass ein FPÖ-Funktionär mit einem NS-Terminus hantiere, hieß es.

Gezielte Veränderung der Bevölkerung

Die Nationalsozialisten wussten sehr genau, was sie mit der „Umvolkung“ meinten: Die Bevölkerung eines Gebietes sollte gezielt im eigenen Sinne verändert werden. In wildgemischten Überlappungsgebieten mit vielleicht sogar deutschfreundlicher Grundstimmung (etwa die Kärntner Windischen oder die sog. „Wasserpolaken“ in Oberschlesien) bedurfte es nur einiger Assimilierungsmaßnahmen wie Namensänderungen. Wo die Ausgangslage schwieriger war, wurde erhoben, wer zu einer „Aufnordung“ im Sinne einer germanischen Herrenrasse tauge und auch dazu gewillt sei. Besonders Widerständige wurden beseitigt und durch Zugezogene ersetzt. So landeten manche Südtiroler, die sich nach der Preisgabe ihrer Heimat durch Hitler nicht von Mussolini italienisch „umvolken“ lassen wollten und fürs Deutsche Reich „optierten“, sogar in der Ukraine. Dort wurden sie als Vorboten einer Germanisierung bzw. Quasi-Regermanisierung gesehen, die so richtig nach dem „Endsieg“ über die „slawischen Untermenschen“ in Angriff genommen worden wäre.

Zuwanderung wird als „kulturelle Bereicherung“ verkauft

Das, was in Österreich unter dem Schlagwort „Multikulti“ einsetzte, steht ganz in dieser unseligen Tradition. Massenzuwanderung wird gezielt eingesetzt und sogar ganz offen rassistisch begründet. So wird auch der analphabetische anatolische Schafhirte als „kulturelle Bereicherung“ und Aufwertung für das Land von Grillparzer, Mozart und Freud gefeiert – und er hat natürlich auch die eigentlich bessere Religion.

Diese Kolonialherren-Mentalität duldet Österreich nicht nur, es fördert sie sogar. Die Umvolkung gilt mittlerweile als gesellschaftlicher Grundstein. Und wer sie „Umvolkung“ nennt, wird sogleich als ewiggestriger Sympathisant jener abgestempelt, deren Geisteshaltung man selbst weiterführt. Die künstliche Aufregung um den Begriff „Umvolkung“ ist letztlich genauso absurd, als würde man allen Gedenkrednern in Mauthausen, vom Bundeskanzler bis zum IKG-Präsidenten, per Medienorgel Wiederbetätigung vorwerfen, weil sie den NS-Terminus „Konzentrationslager“ verwenden.

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