Song Contest: Blamage für die ORF-Vetternwirtschaft

Wieder einmal hat es Österreich nicht geschafft. Schon im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2013 in Malmö, Schweden, flog die ORF-Starterin Natalia Kelly raus. Das arme Mädchen kann einem wirklich leid tun. Sie hat eine gute Stimme, sieht gut aus, war professionell am Werk – aber das Lied?

„Shine“, ein scheinbar extra für diesen Wettbewerb produzierter Pop-Schinken, klang wie ein Retorten-Song. Das war´s für eine junge Künstlerin, die den ORF-Machern vertraute wie viele andere vor ihr. Sie wird vermutlich so schnell in Vergessenheit geraten wie ein Lukas Plöchl, der im Vorjahr bei der Qualifikation zum Song Contest auf dem letzten Platz landete und danach in der Versenkung verschwand.

Ehepaar Rabitsch suchte Kandidaten

Mit der Erfolglosigkeit der Kandidaten rutscht aber auch der ORF immer tiefer in ein Dilemma. Er verliert zusehends das Image, Stars machen zu können. Und mancher fragt sich schon, warum eigentlich das Staatsfernsehen das Monopol hat, die Künstler zu bestimmen, die Österreich international vertreten sollen. Private Sender würden das vielleicht viel besser machen, weil dort eher nach Leistung und weniger nach Vetternwirtschaft entschieden wird. Beim Projekt „Song Contest“ durften für den ORF das Ehepaar Anja und Thomas Rabitsch sowie Ralf Strobl die Kandidaten suchen. Thomas Rabitsch hat einmal in der Band von Falco gespielt und ist in SPÖ-Kreisen gut vernetzt. Dafür darf er ziemlich alles machen beim ORF, was mit Musik zu tun hat. Die Leitung der Dancing-Star-Band ist inkludiert. Und als „Song-Contest“-Projektleiter fungierte Stefan Zechner, ein Verwandter der unglücklich agierenden Unterhaltungschefin Kathrin Zechner, die hauptverantwortlich dafür ist, dass der ORF immer mehr Seher verliert.

Kein Platz für kreative Köpfe

Das Scheitern des ORF beim Song Contest spiegelt nur die Situation wieder, die am Küniglberg herrscht. Dort haben statt den kreativen Köpfen, die man für ein Medienunternehmen dieses Formats benötigen würde, Leute das sagen, die entweder Neffe, Sohn, Tante oder Onkel eines ORF-Mitarbeiters sind oder das richtige Parteibuch vorweisen können. Natalia Kelly ist also nicht nur an ihrem mittelmäßigen Song gescheitert, sondern vor allem am Nepotismus im ORF, der für Neues – und sicher auch Erfolgreiches – keinen Raum lässt.

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