Propaganda-Studie redet Euro-Währung schön

Wenige Monate vor der deutschen Bundestagswahl im September 2013 macht eine Euro-Propagandastudie noch einmal so richtig Stimmung für die Wirtschafts- und Währungsunion. Ein wenig überraschendes Ergebnis der Studie im Falle einer Rückkehr Deutschlands zur guten alten D-Mark: Arbeitslosigkeit und weniger Einkommen. Dabei lässt das Prognos-Institut, das im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung tätig wurde, jedoch auf zentrale Fakten, wie die Preussische Allgemeine Zeitung berichtet.

D-Mark wird als ökonomische Horrorvision dargestellt

Eine Wiedereinführung der D-Mark wird von den Prognos-Analysten als ökonomische Horrorvision dargestellt: Einerseits würden bis zu 200.000 Arbeitsplätze verloren gehen, andererseits würden deutsche Beschäftigte Einkommensverluste von bis zu 1.100 Euro jährlich zu tragen haben. Schuld daran sei einzig und allein die harte D-Mark. Diese würde nämlich die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

Dabei ist genau das Gegenteil ökonomisch richtig. So gingen zu D-Mark-Zeiten, etwa im Jahr 1995, rund 46 Prozent der deutschen Exporte in Länder, die heute  Mitglieder der Eurozone sind. Im Jahr 2011 war dieser Prozentsatz aber bereits auf unter 40 Prozent gefallen. Jüngste Meldungen aus den „Krisenstaaten“ Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Frankreich weisen auf dramatisch einbrechende Absatzzahlen im Autohandel hin. Durch die Finanz- und Eurokrise nimmt daher die Bedeutung dieser Märkte etwa für den deutschen Außenhandel stark ab. Nur ein Austritt dieser Staaten aus dem Euro – oder die Rückkehr Deutschlands zur D-Mark bzw. die Schaffung eines Nord- und Südeuros – könnte wieder ein ökonomisch gesundes Verhältnis der Wirtschaftsbeziehungen herbeiführen.

Leitzinspolitik wird von Prognose ignoriert

Gänzlich ignoriert wird von den Studienautoren die Leitzinspolitik der EZB. Diese hat nämlich dazu geführt, dass die deutschen Sparer de facto enteignet worden sind und bei hoher Inflation und fehlenden Haben-Zinsen einen Gutteil ihrer Ersparnisse laufend verlieren. Auch dies wäre bei einer eigenständigen Währung nicht möglich. Deutsche Sparer und Anleger würden für ihr Geld, das sie risikoreich verleihen, auch entsprechend hohe Marktzinsen bekommen.

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