Fellners Rennbahn-Express ist Geschichte

Die Erstlingsgründung des Verleger-Duos Wolfgang und Helmuth Fellner, der Rennbahn-Express, ist Geschichte. Als Print-Ausgabe wird der von den Brüdern 1968 gegründete Rennbahn-Express im Juni 2013 eingestellt. In Zukunft soll nur mehr eine abgeschlankte Digital-Version im Netz erscheinen. Ursprünglich war diese österreichische Jugendzeitung eine Antwort auf die deutsche Bravo. Jetzt verschwindet sie aus den Regalen der Trafiken und Zeitschriftenkioske.

Die Fellners gaben den Rennbahn-Express bis 1983 im Alleingang heraus, um sie 1984 an den Kurier-Verlag zu verkaufen. 1983 gründete das Brüderpaar das linke Politmagazin Basta, es folgten Anfang der neunziger Jahre News. TV-Media, Format, e-media und Woman sowie 2006 die Gratis-Tageszeitung Österreich, die noch heute mehrheitlich von Wolfgang Fellner betrieben wird.

Rennbahn-Express teilt Schicksal anderer Fellner-Medien

Der Rennbahn-Express scheint das Schicksal anderer Fellner-Medien zu teilen. Im Jahre 2000 verkaufte der Kurier-Verlag die Jugendzeitschrift an den ORAC-Verlag, der sie 2005 in Xpress umbenannte und später wieder mit dem News-Verlag fusionierte. Das Magazin Basta verkauften die Fellners bereits 1984 wieder, es wurde zehn Jahre später eingestellt. Auch bei News mussten die Fellners ab 2001 Schritt für Schritt den Rückzug antreten. Sie sind nur mehr Minderheitenanteilseigner, die Verlagsgruppe Gruner&Jahr aus Deutschland hält die Mehrheit gemeinsam mit dem Kurier-Verlag bzw. Raiffeisen. Im Jahr 2012 sorgte News für Aufregung, als die Verfälschung von Auflagenzahlen an die Öffentlichkeit kam.

Fellners Gratis-Tageszeitung Österreich wiederum kann sich vor allem deshalb ökonomisch behaupten, weil SPÖ-dominierte Bundesministerien, öffentliche Unternehmen und die Stadt Wien große Teile ihrer Inseratenbudgets in diese Zeitung investieren. Jüngst schaltete etwa das Unterrichtsministerium, wo Fellners Ex-Mitarbeiter Joe Galley „zufällig“ Pressesprecher ist, großzügige Inserate zur Bildungspolitik.

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