Regierungsmedium „Wiener Zeitung“ hofft auf Stronach

Die FPÖ hat bereits darauf hingewiesen: Frank Stronach ist ein Systemgünstling und sein politisches Engagement dient ausschließlich der Konservierung bisheriger Machtverhältnisse im rot-schwarz aufgeteilten Österreich. Diese Sicht wird nun aus einer ganz besonderen Ecke geteilt: Die Wiener Zeitung  – sie steht im 100 Prozent-Eigentum der Republik Österreich und unter der parteipolitischen Fuchtel des roten Bundeskanzleramtes – hofft auf einen „sanften“ Stronach. Als Voraussetzung dafür sieht die Zeitung eine Einbindung des austro-kanadischen Milliardärs in das innenpolitische Machtgefüge. Mit einer offiziellen Rolle als Koalitionspartner im Bundesland Salzburg scheint dies für die Staatszeitung zu gelingen.

Koalitionsvertrag soll Stronachs Truppe endgültig „befrieden“

Beobachter und Weggefährten von Frank Stronach hatten daran nie einen Zweifel: Stronach gehört zum System. Ein Beleg dafür war seine Rekrutierungspolitik unter Ex-Politikern für Beratungs- und Führungsaufgaben in seinem Unternehmen Magna. Aber auch die Zusammenstellung des Personals seiner noch jungen Partei Team Stronach zeigt in diese Richtung. Wer zu Stronach geht, hat zumeist bereits eine mehr oder weniger erfolgreiche Laufbahn in einer der Systemparteien SPÖ oder ÖVP hinter sich. Man denke etwa an den Kärntner Gerhard Köfer (Ex-SPÖ) oder an den Salzburger Listenführer Hans Mayr (Ex-ÖVP).

Trotz zuletzt kritischer Äußerungen Stronachs gegen die Macht der österreichischen Gewerkschaften hofft das Staatsblatt Wiener Zeitung auf die völlige Integration Stronachs ins Machtgefüge. Die zukünftige Salzburger Koalition mit Schwarz und Grün sieht sie hier als wechselseitige „Vorleistung“. Die WZ-Redakteurin Brigitte Pechar verweist in diesem Zusammenhang auf die Grünen. Diese seien ja 1994 auch noch gegen einen Beitritt zur Europäischen Union gewesen – und heute sind sie die glühendsten EU-Befürworter.

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