Faymann poliert Image beim Elefantenjäger auf

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) tut so ziemlich alles, um in der Welt bekannt zu werden. Mit allen Mitteln scheint er gegen die internationale Bedeutungslosigkeit anzukämpfen, die immer wieder für Peinlichkeiten in den Medien sorgt: In Italien wurde er in einer Zeitung als Sekretär des Ministerpräsidenten Mario Monti abgebildet, in Israel gar mit seinem Vorgänger Alfred Gusenbauer verwechselt. Wirklich reüssieren konnte Faymann auf dem internationalen Parkett nur dank der Online-Ausgabe des Magazins Vanity Fair, die den österreichischen Kanzler in die Top 10 der modebewusstesten „World Leader“ wählte. Das Magazin lobte allerdings weniger seine Anzüge als sein Haar: „Ein perfekter dichter, melierter Wald, den man sonst nur von Fotos auf Haarfärbe-Mitteln kennt“, heißt es da.

Eine aktuelle Studie von „Marketagent.com“ eignete sich zudem, die Eitelkeit des Politikers zu stärken. In einer Online-Umfrage wurden 1000 Österreicher gefragt, welche Eigenschaften sie den Politikern zuschreiben und welchen Archetypen sie diesen zuordnen würden. Faymann wird von den Befragten als „unschuldig/rein“ und „lieb/nett“ charakterisiert. Damit entspreche er dem Archetyp „Das Mädchen“.

„Mädchen“ Faymann beim Affären-König Juan Carlos

Werner Faymann wird also als „Mädchen mit dichtem Haar“ wahrgenommen. Aber ist das ein Image, das sich ein Bundeskanzler wünscht? Wer Faymann kennt, weiß, dass er sich lieber als Staatsmann denn als Mädchen positionieren möchte. PR-Berater dürften an der Umsetzung schon eifrig basteln, erleiden aber Rückschläge. Sie schickten „Das Mädchen“ Faymann ausgerechnet zum spanischen König Juan Carlos, der zuletzt wegen seiner Frauen-Affären in Verruf geraten ist. Außerdem hat das Bild des 75-jährigen Monarchen mit dem Gewehr im Arm und in Safari-Kleidung vor einem erlegten Elefanten die Unberührbarkeit des Königs in der Presse beendet. Selbst seriöse Blätter deckten Affären, teure Luxusurlaube und fragwürdige Freundschaften auf.

Was haben sich die Spin-Doktoren des Kanzlers also dabei gedacht, ihm einen Arbeitsbesuch beim Bourbonenkönig im Madrider Zarzuela-Palast einzureden? Bei einem Mann, dessen Image nach zahlreichen Skandalen ramponiert ist. Faymann konnte bei diesem Treffen also nichts gewinnen, außer vielleicht Häme von seinen sozialistischen Mitstreitern in Europa, die zu Monarchen schon aus historischen Gründen ein distanziertes Verhältnis haben. Außerdem darf stark bezweifelt werden, dass der Parade-Sozialist Faymann und der konservative König Juan Carlos bei den Themen Jugendarbeitslosigkeit in Europa und dem Syrien-Konflikt – worüber angeblich gesprochen wurde – recht viel weitergebracht haben.

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