Biobauern wollen ihre Kredite in Zukunft mit Naturalien zurückzahlen

Immer größer wird das Misstrauen Wirtschaftstreibender gegenüber dem Banken- und Kreditsektor wegen der herrschenden Finanzkrise. Konsequenz: Man steigt auf Alternativen um, wenn die Möglichkeit besteht. Eine solche Möglichkeit nutzen nun auch Biobauern im nordrhein-westfälischen Welver. Sie finanzieren Investitionen für ihre Bio-Landwirtschaft nicht mehr bei den Banken, sondern nehmen sich „Direktdarlehen“ auf, für die sie im Gegenzug Obst und Gemüse als Zinsen leisten. Die Bio-Landwirte Gregor Scholz und Helene Scholz von Bonin sind hier Vorreiter einer neuen alternativen Kreditwirtschaft. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten stellten dieses Modell vor.

Genussrechte auf Produktion als Zinsersatz

Bisher wagten sich nur wenige Landwirte an diese neue Form der Finanzierung heran. Doch Finanzkrise, Basel II und III und die sogenannte „Kreditklemme“ bieten für alternative Finanzierungsformen verstärkte Nachfrage. Die übliche Investitionssumme beträgt 1.000 Euro, dieses Grunddarlehen erhält man in einem Zeitraum zwischen 10 und 15 Jahren zurück. Im Gegenzug erhält man jährlich Lebensmittel im Gegenwert von 30 Euro. Sobald die Bio-Landwirtschaft in die schwarzen Zahlen kommt, bekommt man jährlich fünf Prozent des Gewinns auf die Genussrechte angerechnet bzw. zugeteilt.

Basis dieser Naturalwirtschaft sind das Vertrauen der regionalen Kunden in den Betrieb und dessen nachhaltig produzierte Lebensmittel sowie die Transparenz dieses neuen Kredit-Systems, in dem keine hohen Bearbeitungsgebühren oder undurchsichtige Darlehensverträge mit unwägbaren Zinsen zwischengeschaltet sind.

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