Nach Hypo-Verkauf: Schmeißt Aufsichtsrat Ditz alles hin?

Am Sonntagabend ließ der Wirtschaftschef der Kronen Zeitung, Georg Wailand, eine Bombe platzen. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der verstaatlichten Hypo Alpe Adria, Johannes Ditz, soll wegen des am Freitag überhastet durchgezogenen Verkaufs der Österreich-Tochter des Bankinstituts an die Anadi Financial Holding des britischen Staatsbürgers Sanjeev Kanoria heute seine Funktion zurücklegen. Laut Krone ist Ditz über die Art und Weise des Verkaufs und die weitere Vorgangsweise der rot-schwarzen Bundesregierung in Sachen Hypo verärgert.

65 Millionen Euro sind ein ein Mini-Preis

Laut Krone stößt sich Ditz, der in den neunziger Jahren ÖVP-Finanzstaatssekretär und Wirtschaftsminister und später ÖIAG-Vorstand war, sowohl am erzielten „Mini-Verlaufspreis“ von lediglich etwas mehr als 65 Millionen Euro als auch an der durch die Europäischen Union festgelegten kurzen Zeitspanne für die „Restverwertung“ des Hypo-Komplexes. Vor allem die Abwicklung der Südosteuropa-Aktivitäten bis 2014/2015 hält Ditz offensichtlich für zu kurz, um entsprechende Ergebnisse zu erzielen.

Steuerzahler erneut massiv geschädigt

Die Verkaufsmodalitäten sind scheinbar an Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo vorbei zwischen Brüssel und dem Wiener Finanzministerium unter Maria Fekter verhandelt worden – wie Ditz verärgerte Reaktion zeigt, einmal mehr zum Schaden der österreichischen Steuerzahler. Die wurden bereits bei der ohne Zwang erfolgten Verstaatlichung massiv geprellt.Fekters Vorgänger Josef Pröll sagte der Bayern LB als Eigentümerin der Hypo die Rückzahlung von mehr als drei Milliarden Euro zu. Aufklärung dieses Skandals in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss verweigern die Regierungsparteien seit Monaten. Die FPÖ spricht mittlerweile vom größten Skandal und auch vom größten Wirtschaftskriminalfall der Zweiten Republik, wie das aktuelle FPÖ-TV-Magazin berichtet:

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