133 Milliarden Euro an faulen Krediten in Italien

Die italienische Kreditwirtschaft steht an der Kippe. Aktuell werden 133,3 Milliarden Euro, die italienische Banken vergeben haben, als „faul“ dargestellt. Dies ist der höchste Stand seit Einführung dieser Statistik im Juni 1998. Gegenüber Juni 2012 ist der Anstieg mit mehr als 22 Prozent dramatisch. Und er scheint noch an Fahrt zuzunehmen, wie die Italienische Zentralbank befürchtet.

Die Banken fahren deshalb eine eigenartige „Zweifirmenstrategie“. Während sie bei Privaten und der Wirtschaft eine Kreditklemme setzten, sprudeln die Darlehen an die öffentliche Hand weiter ungebremst. Neben den Kreditvergabehemmnissen durch Basel II und Basel III tun sich damit noch mehr Hürden für die italienische Wirtschaft auf.

Kreditklemme für Privatwirtschaft, Füllhorn für die öffentliche Hand

Die Kreditklemme führt zu einer eigenartigen Konstellation: Die italienischen Banken müssen nun noch mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zur Seite zu legen. Allein im Jahr 2012 haben italienische Banken die Kredite an Privatunternehmen um 44 Milliarden Euro reduziert. Im bereits abgerechneten Monat April 2013 sind die Privatkredite etwa um 3,6 Prozent reduziert worden. Dem steht entgegen, dass Kredite des Bankensektors an den italienischen Staat um weitere 15 Milliarden Euro auf insgesamt 378 Milliarden angestiegen sind. Es waren in der Geschichte Italiens noch nie so viele Staatsanleihen in den Bilanzen der italienischen Banken wie derzeit.

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