Griechische Regierung dreht teuren Staatsrundfunk ab

Der christdemokratische Ministerpräsident Antonis Samaras hat nun im Zuge der Behebung der griechischen Finanzkrise den teuren Staatsrundfunk ERT abgedreht. Seit Jahrzehnten war ERT im rot-schwarzen Politsystem Griechenlands eingegliedert. Wer dort als Journalist oder Techniker angestellt sein oder gar Karriere machen wollte, musste entweder der sozialistischen PASOK oder der christdemokratischen Nea Dimokratia angehören. Dies führte dazu, dass der Staatsrundfunk dem Staatshaushalt zusätzliche Kosten von 300 Millionen Euro jährlich bescherte.

Regierungssprecher Simos Kedikoglou sprach von „unglaublicher Verschwendung“. Obwohl der Staatsrundfunk eine „heilige Kuh“ für die Politik sei, brauche er nicht davon ausgehen, dass er nicht „geschlachtet“ werde.

2600 Angestellte verlieren ihren Job

Die Schließung des bisherigen Rundfunks betrifft insgesamt 2600 Mitarbeiter. Wie viele in einem neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk unterkommen, ist fraglich, Regierungssprecher Kedikoglou geht vorerst von „nur“ 1000 Mitarbeitern bei einem neuen Staatssender aus. Viele der bisherigen rot-schwarzen Parteigünstlinge werden jedenfalls auf der Strecke bleiben. Der politisch ebenfalls rot-schwarz eingefärbte Verband der griechischen Journalisten und die Gewerkschaft der Staatsbediensteten ADEDY riefen aus Protest zum Widerstand gegen den Schließungsplan und zu Arbeitsniederlegungen auf.

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