Bezirkszeitung: Speed-Dating mit „unserem Bürgermeister“

Die Wiener Bezirkszeitung bz hat sich nun endgültig als SPÖ-Postille geoutet. Denn in der aktuellen Ausgabe der Zeitung schreibt man ganz unverhohlen über „ein Speed-Dating mit unserem Bürgermeister Michael Häupl“. Damit verraten die Blattmacher ihre Nähe zum roten Stadtchef. Die wurde zwar stets vermutet, doch so deutlich haben es die Redakteure dieser Zeitung noch nie gezeigt.

Der Ausdruck „Unser Bürgermeister“ ist wohl gewollt und nicht einem geistreichen Journalisten im ersten Volontariat eingefallen. Denn selbst der weiß, dass die Zeitung natürlich keinen Bürgermeister hat, sondern einen Chefredakteur und einen Herausgeber. Als unabhängig bezeichnet sich das Blatt ohnehin nicht mehr, denn weder auf dem Logo, noch im Impressum ist dieser Hinweis zu finden. Stattdessen bekommen nun alle Kritiker Recht, die immer schon vermutet haben, dass neben dem Bezirksblatt, das ganz offiziell in roten Händen ist, auch die Wiener Bezirkszeitung von der SPÖ dominiert wird.

Good News, ganz im Sinne der Sozialisten

Indizien für diese Vermutung liefert auch die Berichterstattung im Heft. Da ist kein einziger kritischer Artikel über die Stadt Wien zu finden. Selbst im lokalen Bereich darf eine grüne Politikerin nur die schwarze Bezirksvorsteherin angreifen, weil sie für eine angeblich notwendige Sanierung einer Sportanlage nicht 100.000 Euro aufbringen kann. Sonst dominieren Good News, ganz im Sinne der Sozialisten, die über die Stadt Wien nichts kommen lassen wollen, weil ja eh alles in Ordnung ist.

Schon in der Ausgabe vor einigen Wochen lehnte sich die bz auffällig Richtung SPÖ. Damals titelte die Zeitung auf der Seite 4: „Strache im braunen Sumpf“. Interessant dabei war, dass dieser dreispaltige Veranstaltungshinweis für einen Vortrag im linksextremen Milieu nicht im hinteren Teil bei den Tipps zu finden war, wo so etwas sonst steht, sondern in eine von der Stadt und/oder der SPÖ Wien redaktionell gestaltete Seite eingebettet wurde.

Sohn Bernhard diskutiert mit Vater Michael Häupl

Auch diesmal sieht es so aus, als ob das Speed-Dating mit dem Bürgermeister ein bezahlter Artikel der SPÖ wäre, doch der Hinweis darauf fehlt. So kann nur angenommen werden, dass alles, was auf dieser PR-Seite von Michael Häupl und seinen Genossen dargestellt wird, auch die Meinung der Redaktion ist. Besonders peinlich: Auf dem Bild, auf dem sich die Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl mit dem Bürgermeister zeigt, ist rechts auch der Sohn des Michael Häupl, Bernhard, zu sehen. Er firmiert bei diesem Dating mit seinem Vater in einer Berufsschule als SP-Jugendkoordinator. Was immer das auch sein mag. Beim Dating wurde übrigens nicht geflirtet, sondern diskutiert, wie man dem Artikel entnehmen kann.

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