Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Nationalbank-Manager

Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage gegen Spitzenmanager der Österreichischen Nationalbank (OeNB) bzw. ihrer Tochterunternehmen, der Österreichischen Sicherheitsdruck GmbH und der Münze Österreich, erhoben. Es geht um strafrechtlich relevante Vorwürfe unter anderem der Untreue, der Bestechung, der Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Diese Delikte sollen im Zusammenhang mit Geschäften mit Syrien und Aserbaidschan im Zeitraum 2006 bis 2011 begangen worden sein. Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt hatten in den letzten 18 Monaten gegen die OeNB-Manager ermittelt. Prominentester Beschuldigter ist der langjährige ÖVP-nahe Vizegouverneur der OeNB, Wolfgang Duchatczek.

14 Millionen Euro an Auftraggeber in Aserbaidschan und Syrien

Konkret geht es um 14 Millionen Euro, die von der Österreichischen Sicherheitsdruck GmbH und der Münze Österreich über Konten an die Auftraggeber in Aserbaidschan und Syrien zurückgeflossen sein sollen. Im Gegenzug sollen Aufträge für die Herstellung von Papiergeld und Münzen erteilt worden sein. Die Schmiergelder sollen in die Preise der OeNBTöchter für ihre Kunden in diesen Staaten bereits einkalkuliert gewesen sein.

Ursprünglich war auch gegen den SPÖ-nahen Gouverneur Ewald Nowotny ermittelt worden, nun soll nur sein schwarzer „Koalitionszwilling“ Wolfgang Duchatczek auf der Anklagebank sitzen. Duchatczek war seit 1998 Aufsichtsratsvorsitzender der OeNB-Töchter und seit 2003 in der Nationalbank für Geld- und Rechnungswesen, Informationsverarbeitung und Zahlungsverkehr zuständig. Am 18. Juni möchte sich der OeNB-Generalrat mit der noch nicht rechtskräftigen Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft gegen die Nationalbank-Manager beschäftigen. Duchatczeks Anwalt Gabriel Lansky will die Anklage bekämpfen und geht von einem Freispruch für seinen Mandanten aus, für den die Unschuldsvermutung gilt.

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