SPÖ-Abgeordnete holt sich auf Parlamentsreise Prüfungswissen für die Uni

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) ist aktuell mit einer Anfrage ihres Amtskollegen Martin Graf (FPÖ) konfrontiert, die ihre horrenden Reisekosten thematisiert. Nicht nur Prammer verreist allerdings gerne auf Kosten des Parlaments und somit des Steuerzahlers, sondern auch ihre Parteigenossin und Abgeordnete zum Nationalrat Petra Bayr. Auch dem Reiseverhalten der roten Politikerin widmet sich Martin Graf nun in einer Anfrage, in der er auch wissen will, ob die Dienstreisen mit einem privaten Urlaub kombiniert wurden.

Bayr bloggt während ihrer Reisen

Ein Geheimnis ist es keineswegs, wohin und wie oft die Nationalratsabgeordnete Bayr verreist, so kommentiert sie all ihre Ausflüge detailreich in ihrem persönlichen Blog. Über die Teilnahme an diversen weltweiten Konferenzen weiß also alle Welt Bescheid. Fraglich dabei bleibt allerdings, warum die SPÖ zu einer Konferenz in Südamerika im März diesen Jahres zwei ihrer Vertreter schickte, wo es doch üblich ist, von jeder Fraktion nur einer Person die Teilnahme zu ermöglichen – und durch das Parlament bezahlen zu lassen. In Grafs Anfrage heißt es dazu:

Die 128. IPU Versammlung fand vom 22.-27. März 2013 in Quito/Ecuador statt. Üblicherweise wird diese ein- bis zweimal jährlich stattfindende Konferenz von einer Delegation des österreichischen Parlaments besucht, bei der von jeder Fraktion jeweils eine Abgeordnete/ein Abgeordneter teilnimmt.

Wie sich allerdings herausstellte, begleitete Bayr ihre SPÖ-Kollegin Heidrun Silhavy, welche beide an dem Vortrag teilnahmen, Bayr jedoch auch aus – wohl privaten – prüfungstechnischen Gründen, wie man aus einem Eintrag auf Facebook schließen kann:

Das ist nicht nur an sich ein spannendes Thema, sondern noch dazu eines, wo ich in zwei Wochen eine Prüfung auf der Uni darüber habe. Bin also doppelt darauf gespannt.

Bayr hat immer wieder „die Ehre“

Beschäftigt man sich eingehender mit der persönlichen Homepage, der Facebook-Seite und diversen Twitter-Meldungen der SPÖ-Abgeordneten Bayr, so kann man eine sehr rege Reisetätigkeit feststellen. Meist mit der Formulierung „Ich habe momentan die große Ehre…“ leitet sie ihre Berichte über diverse Auslandserfahrungen ein.

Die Fragen über das Reiseverhalten der roten Politikerin beschränken sich allerdings nicht nur darauf, ob es nun üblich ist, diverse Konferenzen mit zwei bezahlten Vertretern zu beschicken, sondern will weiters in Erfahrung bringen, ob es dafür eine jeweils objektiv nachvollziehbare Begründung gibt und wie hoch die Kosten hierfür aus den Taschen der Steuerzahler sind. Besonders pikant: Hat die Abgeordnete Bayr diese Dienstreisen privat verlängert? Und wenn ja, hat sie einen Teil der Reiskosten an das Parlament refundiert?

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