Ballhausplatz soll mit X-Monument für Deserteure verschandelt werden

Ein “dreistufiges abgetrepptes X” soll zukünftig als Deserteurdenkmal den Wiener Ballhausplatz verschandeln. Ein Entwurf des bundesdeutschen Künstelers Olaf Nicolai ist durch eine Wettbewerbsjury als Siegerprojekt auserkoren worden. Das Denkmal soll insgesamt zehn Meter lang, 8,8 Meter breit und 1,65 Meter hoch sein. Die Oberfläche wird mit einer Inschrift, die die Worte “all” und “alone” umfasst, verziert. Mit dem Thema hat sich der ausgewählte Künstler offensichtlich schwer getan. Laut Nicolai soll das “X” ein “Zeichen der Anonymisierung” sein. Kosten wird das Verschandelungswerk die stolze Summe von 220.000 Euro, die Errichtung bzw. Fertigstellung ist bis 2014 geplant.

Rot und Grün überfordern sogar die Betroffenen

Das von der rot-grünen Stadtregierung unter Michael Häupl (SPÖ) und Maria Vassilakou (Grüne) vorangetriebene Projekt soll einmal mehr eine ausschließlich ideologisch getriebene Erinnerungskultur befördern. Während sich die SPÖ bis heute weigert, eine Gedenktafel beim Schloß Wilheminenberg für die Opfer des Missbrauches an Heimkindern anzubringen, gibt man für ein sogenanntes “Deserteurdenkmal” bereitwillig das Geld der Wiener Steuerzahler aus. SPÖ-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny etwa überschlägt sich in einer Aussendung mit Lobhudelei für das Denkmal:

Der aktive und bewusste Umgang mit der Vergangenheit ist mir seit jeher ein wichtiges Anliegen. Diese Auseinandersetzung berührt verschiedenste Facetten der Wiener Geschichte, so auch jene der Deserteure. Nun ist mit dem Siegerprojekt ein weiterer, unverzichtbarer Schritt getan, ein Schritt von Dauer und ein sichtbares Zeichen für nachfolgende Generationen.

Diese Zufriedenheit mit dem künftigen Denkmal teilen offenbar die eigentlich zu Ehrenden nicht: Der 91 jährige Wehrmachts-Deserteur Richard Wadani zeigt sich in einem Kurier-Bericht skeptisch über die künstlerische Ausdrucksform zum Thema und befürchtet Unverständnis bei den Betrachtern.

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