Proteste gegen Mursi eskalieren in Ägypten

Zu blutigen Protesten ist es am Sonntag in Ägypten gegen den autoritären islamistischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi gekommen. Über eine Million Menschen zogen in Protestmärschen zu Einrichtungen des Staates und Parteizentralen der Muslimbruderschaft, die Mursis Amtsführung unterstützt. Insgesamt kamen in der Hauptstadt Kairo und anderen Metropolen sieben Personen ums Leben, weitere rund 600 wurden bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften zum Teil schwer verletzt. Auf dem traditionell für Proteste immer wieder benutzten Tahrir-Platz in Kairo versammelten sich allein rund eine halbe Million Menschen.

Demonstranten bei Muslimbruder-Zentrale erschossen

Der zentrale Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhänger von Präsident Mursi war einmal mehr die Parteizentrale der Muslimbruderschaft in der ägyptischen Hauptstadt. Allein dort wurden zwei Demonstranten erschossen. Hunderte Mursi-Gegner hatten versucht, die Parteizentrale zu stürmen, und hatten im Zuge der Proteste mehrere Brände gelegt. Sicherheitskräfte und Parteiordner der Muslimbrüder eröffneten daraufhin das Feuer auf die Protestierenden.

Die ägyptische Opposition wirft Mursi vor, die Ideale der Revolution aus dem Jahre 2011 verraten zu haben und den Staat nach dem Muster seines Vorgängers Mubarak autoritär und korrupt zu führen. Mursi hatte in der Vergangenheit angeboten, die erst Ende 2012 verabschiedete Verfassung Ägyptens, die alle Macht im Land Mursi und seinen Anhängern zugeordnet hatte, neu zu verhandeln. Die Opposition sieht auf Grund der Realpolitik die Mursi und seine Regierung praktizieren, allerdings wenig Sinn in Gesprächen

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