Blutige Ausschreitungen zwischen Gegnern und Anhängern Mursis

Zu blutigen Konflikten zwischen Gegnern und Anhängern Mohammed Mursis ist es neuerlich in Ägypten gekommen. Bei bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen, die jenen aus dem Jahre 2011 gleichen, sind mittlerweile bis zu 30 Tote und mehr als 300 zum Teil schwer verletzte Opfer zu beklagen. Die Unruhen und Zusammenstöße haben von der ägyptischen Hauptstadt Kairo auch auf andere Städte, wie Alexandria, übergegriffen. In der Nacht zogen  Massen von Mursi-Anhängern zur Kaserne im Stadtteil Heiliopolis, wo der ehemalige Staatspräsident in Haft sitzt. Weitere Brennpunkte der Proteste waren Gebäude des staatlichen Fernsehens und der Regierung. In der Kairoer Innenstadt und bei mehreren Nilbrücken lieferten sich Anhängern und Gegner Mursis stundenlange Straßenschlachten.

Militär und Polizei halten sich im bisher Hintergrund

Die ägyptischen Polizei- und Militärkräfte, die mit starken Truppenteilen präsent waren, griffen bisher nicht direkt in die Auseinandersetzung ein. Sie sicherten vielmehr strategische Punkte der Stadt Kairo und öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Einen Marsch von Mursi-Anhängern auf den Tahrir-Patz verhinderten sie allerdings durch gepanzerte Kettenfahrzeuge und Straßensperren. Dort hatten sich am Abend bereits islamistische Gruppen aufgehalten, die gegen die Absetzung ihres Staatspräsidenten protestiert hatten.

Der neue starke Mann der Muslimbrüder, Mohammed Badia, rief zum öffentlichen Aufruhr gegen die Absetzung Mursis auf. Die deutsche ARD-Tagesschau  zitiert einen Ausschnitt einer Brandrede Badias folgendermaßen: „Wir werden millionenfach auf den Plätzen des Landes bleiben, so lange, bis wir unseren gewählten Präsidenten Mohammed Mursi auf unseren Schultern zurück ins Amt tragen können.“ Internationale Politikanlysten rechnen in Zukunft mit weiteren Ausschreitungen und Kämpfen in Ägypten.

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