Wieder Gewalt in der Türkei: Erdogan fürchtet Mursi-Schicksal

Zu neuer Gewalt durch die Polizei kam es in der Nacht auf Sonntag auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Demonstranten, die sich friedlich am Rande des Platzes versammelt hatten, wurden von Polizeikräften massiv attackiert. Die Exekutive setzte Wasserwerfer und Tränengas ein und trieb mehrere tausend Demonstranten auseinander. Bereits im Vorfeld der Demonstration war es zu zahlreichen Festnahmen von Aktivisten der Demonstrationsbewegung gekommen.

Der Istanbuler Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu hatte die Demonstration für illegal erklärt. Das Regime von Ministerpräsiden Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wollte den naheliegenden Gezi-Park, der seit der Räumung vor drei Wochen von der Polizei bewacht wird, eigentlich am Wochenende freigeben.

Erdogan fürchtet Mursi-Schicksal

Inzwischen hat Erdogan scharfe Kritik an der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Absetzung des ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi durch das Militär geübt. Für Erdogan hat die EU gemeinsam mit dem IWF Ägypten im Stich gelassen. Während man Griechenland im großen Stil unterstützt habe, seien Finanzhilfen im relevanten Ausmaß für Ägypten ausgeblieben, so Erdogan. Darüber hinaus würde die EU ihre eigenen Prinzipien missachten, da sie sich nicht demonstrativ auf die Seite des demokratisch gewählten Mursi gestellt habe.

Beobachter sehen in der Kritik Erdogans eine gewisse Furcht, dass der Westen einem sich ankündigenden Machtwechsel in der Türkei ebenso tatenlos zusehen würde.

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