Unternehmer über AWS-Aktivitäten irritiert: Beteiligungen in Deutschland!

Die von unseren Steuergeldern gespeiste AWS (Förderstelle Austria Wirtschafts Service) beteiligt sich mit zig Millionen an deutschen Risikokapital-Unternehmen, die sich dafür – vielleicht – an österreichischen Firmen beteiligen. Das irritiert den österreichischen Mittelstand, der bei Förderansuchen an die AWS selbst oft die lange Nase gezeigt bekommt. Und es wirft die Frage auf, warum eine Förderstelle, die zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft gegründet wurde, im Ausland investieren muss.

Seit bekannt wurde, dass der Wiener Stadterweiterungsfonds, dessen Auflösung der Rechnungshof bereits 1961 empfohlen hatte, 330.000 Euro ins Ausland spendete, darunter an eine katholische Universität in Rom, stehen Auslandsaktivitäten heimischer Organisationen unter kritischer Beobachtung. Schließlich handelt es sich immer um das Geld der Steuerzahler. Und diesen muss erst einmal Rechenschaft abgelegt werden, warum solche Summen ins Ausland und nicht in inländische Projekte fließen.

2,9 Millionen für Peppermint Venture Partners

In der Branchenzeitung Börse Express erfährt der Leser von der jüngsten Investition der AWS in Deutschland. So engagierte sie sich mit immerhin 2,9 Millionen Euro bei der Berliner Risikokapital-Firma Peppermint VenturePartners (PVP). Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen durch PVP Investitionsmöglichkeiten aus Österreich evaluiert und aktiv begleitet werden, heißt es im Bericht und weiter: Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Diagnostik und Digital Health sowie ausgewählten Projekten der Biotechnologie.

In der gleichen Zeitung sagt Klaus Stöckemann, Geschäftsführer der PVP, dass die PVP bereits in der Vergangenheit sehr interessante junge Unternehmen aus Österreich „in unserem Deal Flow“ evaluiert habe.

Signalwirkung für private Investoren

Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der AWS, erklärt gegenüber dem Börse Express die Beteiligungen im Ausland so: „Die AWS engagiert sich im Rahmen der aktuellen Venture Capital Initiative mit 2,9 Mio. Euro bei PVP. Wir freuen uns sehr mit PVP einen weiteren erfahrenen Venture Capital Investor für ein Engagement in Österreich gewonnen zu haben. Damit erreichen wir dreierlei: Wir schließen eine Finanzierungslücke in Österreich, wir helfen dabei innovative und aufstrebende Unternehmen zu unterstützen und wir erwarten uns eine Signalwirkung unserer Investitionen für private Investoren“. Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführerin der AWS, ergänzt: „Ziele der Kooperation sind eine weitere Belebung der privaten Venture Capital Aktivitäten in Österreich und die internationale Vernetzung des heimischen Life Science Sektors.“

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