Hollande gibt eigenartiges Interview zum Nationalfeiertag

Ein eigenartiges Fernsehinterview gab der sozialistische Staatspräsident Francois Hollande am 14. Juli 2013, dem Nationalfeiertag der Franzosen, den Sendern TF1 und France 2. Vor einem Jahr hatte er noch wortreich proklamiert, dass er seinen Amtssitz, den Élysée-Palast in Paris, nicht für politische Interviews „missbrauchen“ werde. Ein Jahr später ist alles anders: Die beiden Innenpolitik-Journalisten Laurent Delahousse und Claire Chazal durften das französische Staatsoberhaupt im Garten des Präsidentenpalastes interviewen. Das Gespräch geriet jedoch zu einem bizarren Monolog des Präsidenten, der sich und der Grande Nation, die Welt „schön reden“ wollte.

Hollande konstruierte französische Parallel-Welt

Knapp 35 Minuten hatten Hollandes Medienberater den Journalisten für das Frage-Antwortspiel mit dem Staatsoberhaupt zugestanden. Nur von Stichworten der Interviewer kurz unterbrochen monologisierte der in Umfragewerten schwer angeschlagene französische Präsident über Wirtschaftswachstum und Steuerpolitik. Obwohl die französische Wirtschaft im laufenden Jahr 2013 real um 0,2 Prozent schrumpfen wird, sah der Präsident einen „Aufschwung“, der da sei. Und Steuererhöhungen würden nur kommen wenn sie „absolut notwendig“ seien, philosophierte Hollande über die Zukunft. Dies ergänzte er mit der Betonung, die „seriöse Budgetpolitik“ werde fortgesetzt.

Aber nicht nur in der Steuer- und Budgetfragen ist für den amtierenden Präsidenten alles in Ordnung, auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sah Hollande auf einem guten Weg – dies obwohl derzeit 3,26 Millionen Franzosen ohne Job sind. Am Ende des Interviews fand Hollande dann doch zur Wirklichkeit zurück, als er freimütig bekannte: „Ich bemühe mich nicht darum, populär zu sein.“

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