Tumult in deutschem Gerichtssaal nach Ehrenmord-Urteil

Die Verurteilung zweier ausländischer Täter wegen eines „Ehrenmordes“ an einer Verwandten endete am Schwurgericht im nordrhein-westfälischen Hagen mit einem Tumult im Gerichtssaal. Das Strafgericht hatte den Onkel und einen Bruder des Mordopfers zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Daraufhin begannen andere Familienmitglieder, die im Gerichtssaal als Zuseher anwesend waren, mit Stühlen und Schuhen um sich zu werfen. Erst der Einsatz von Justiz- und Polizeibeamten konnte den Tumult schließlich beenden.

20-jährige Libanesin von Familienmitgliedern ermordet

Die 20-jährige Libanesin war im Jahr 2008 von Mitgliedern der eigenen Familie auf einem Autorastplatz ermordet worden, weil ihnen der Lebensstil der jungen Frau zu westlich und unabhängig war. Die Täter richteten das Mordopfer mit einem gezielten Kopfschuss hin. Ursprünglich waren die Mutter, der Bruder und ein Onkel wegen Mordes und Beihilfe zum Mord angeklagt. Der Mutter konnte die Vorbereitung der Tat und das Locken an den Ort, an dem die Bluttat stattgefunden hatte, schlussendlich nicht nachgewiesen werden. Sie erhielt lediglich eine Geldstrafe wegen falscher Zeugenaussage im Zusammenhang mit einem anderen Ehrenmord.

Der Onkel des Opfers wurde als Haupttäter zu lebenslanger Haft verurteilt, der zur Tatzeit erst 16-jährige Bruder nach dem Jugendstrafrecht wegen Beihilfe zum Mord zu sechseinhalb Jahren Haft.

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