Türkische Polizei setzt Wasserwerfer gegen Hochzeitsgäste ein

Sogar gegen eine Hochzeitsgesellschaft geht das hochnervöse autoritäre Regime des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Polizeigewalt vor, wenn deren politische Gesinnung den Machthabern in Ankara nicht passt. Am Samstag wollte ein regierungskritisches Brautpaar auf dem Gelände des Gezi-Parks heiraten. Die Brautleute hatten sich im Juni bei einer Protestkundgebung gegen die Regierungspolitik von Ministerpräsident Erdogan kennengelernt.

Die Polizei in Istanbul untersagte jedoch die im Internet angekündigte öffentliche Hochzeit und löste die Gesellschaft gewaltsam auf. Dabei setzte sie Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein und trieb mehrere hundert anwesende Gäste und Zuschauer mit äußerster Brutalität auseinander.

Erdogan fürchtet sinkende Zustimmung in der Bevölkerung

Politische Beobachter führen das immer brutalere Vorgehen des Regimes in Ankara auf die sinkenden Umfragewerte für Ministerpräsident Erdogan und seine islamistische Regierungspartei AKP zurück. Während im Februar 2012 noch mehr als 53 Prozent der türkischen Wähler bei einer Umfrage angegeben hatten, die AKP zu wählen, ist dieser Prozentsatz nach den blutigen Protesten der vergangenen Wochen auf knapp 44 Prozent gesunken. Erdogan und seine AKP müssen aktuell um eine Wiederwahl bangen.

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