Österreich verleiht US-Botschafter trotz Spionageskandals einen Orden

In einer inhaltlich dünnen sommerlichen Sitzung des Ministerrats am 22. Juli werden allerlei Anträge des Außenministeriums behandelt. Dabei geht es auch um die Verleihung von Ehrenzeichen an honorige Personen in Österreich. Ironischerweise sollte ausgerechnet als Erster unter dem Tagesordnungspunkt „Antrag des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten“ der US-Botschafter William Carlton Eacho III, mit einem Orden ausgezeichnet werden. Trotz Abhörskandals und laufender Spionage will die Bundesregierung den Amerikaner mit dem „Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich“ belohnen.

Belohnung für eine amerikanische Überwachung?

Wie unsensibel unsere Regierung mit den Sorgen der Bevölkerung rund um den erst kürzlich aufgedeckten NSA-Spionageskandal umgeht, lässt sich treffend an dieser Vorgehensweise erkennen. Der seit 2009 in Wien vereidigte US-Botschafter Eacho soll nun Träger eines Ehrenzeichens werden, weil er sich mit besonderen Leistungen um die Republik Österreich verdient gemacht habe. 

Bezeichnend waren Eachos Leistungen auch schon in den USA. Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 war er einer der bedeutendsten Wahlkampfsponsoren von US-Präsident Barack Obama, indem er über 500.000 US-Dollar für die Werbung und etwa 100.000 Dollar für die Amtseinführungsfeierlichkeiten sammelte. Als Dank dafür wurde Eacho vom amerikanischen Staatsoberhaupt persönlich als Botschafter in Wien vorgeschlagen und bekleidet seit 2009 dieses Amt.

Völlig auf einer Linie mit Obama und ignorant gegenüber dem Abhörskandal will die Regierung dem Handlager des „Yes we scan“-Präsidenten nun seinen erkauften Diplomatenstatus auch noch mit österreichischen Ehren vergolden.

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