Salafisten wollen Vorherrschaft unter Tunesiens Muslimen

Immer deutlicher tritt der Kampf der Salafisten um die Vorherrschaft unter den tunesischen Muslimen an die Öffentlichkeit. Gemäßigte Imame werden zunehmend an den Rand gedrängt, die Islamisten versuchen, immer mehr Moscheen unter ihre Hoheit zu bringen. Die in Tunis regierende Ennahda-Partei, die stark von salafistischen Strömungen unterwandert ist, tut nichts gegen die schleichende Übernahme von Staat und Religionsgemeinschaft durch die Radikalen. Im Gegenteil: Das salafistisch geführte Religionsministerium steht an der Spitze der Auswechslung der Imame.

Seit 2011 halten radikale Salafisten Moscheen im ganzen Land besetzt. Jetzt haben sie auch die in der Altstadt von Tunis gelegene Zitouna-Moschee übernommen. Der gemäßigte Imam Sheikh Hoceini Laabidi wurde einfach abgesetzt und aus dem islamischen Gotteshaus vertrieben.

Union der Imame fordert Gegenmaßnahmen

Die Union der Imame, eine Vereinigung gemäßigter Gottesdiener, fordert nun vom tunesischen Religionsminister Nourdine el Khadmi entsprechende Gegenmaßnahmen. Rund 200 Mitglieder dieser Vereinigung drohen mit Protest und sogar Hungerstreik. Der Religionsminister ist jedoch selbst praktizierender Vorbeter in einer Salafisten-Moschee. Er verweist auf das sogenannte Religionsgesetz, das es ihm erlaubt, die Imame nach ihrer „muslimischen Moral“ zu bewerten. Wenn dabei das Urteil negativ ausfällt, dann werden sie einfach durch Salafisten ersetzt

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