Brasilianische Regierung setzt auf neues Gesundheitsprogramm

Nach unzähligen Protesten der Brasilianer, die unter anderem eine bessere medizinische Versorgung fordern, zeigte sich die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff zu Zugeständnissen bereit. Ursprünglich wollte die brasilianische Regierung die leeren Ärztestellen in  Spitälern und Gesundheitszentren mit ausländischen Ärzten besetzen, da sich für diese Lücken anscheinend keine eigenen Ärzte finden ließen.

Brasilianische Ärzteverbände legen sich quer

Die brasilianischen Ärzteverbände lehnten diesen ursprünglichen Vorschlag der Regierung jedoch vehement ab, da es genug Ärzte im Land  gebe. Das Problem seien vielmehr die Arbeitsbedingungen und die unangemessen niedrigen Honorare der brasilianischen Ärzte, die Regierung sollte ihnen bessere Arbeitsbedingungen bieten. Erneut gab es Proteste im ganzen Land, auch die Ärzte selbst gingen auf die Straße.

Am 8. Juli 2013 stellte die Regierung das Programm “Mehr Ärzte” (Mais Médicos) vor, das den effizienten Einsatz von brasilianischen Ärzten ermöglichen sollte, vor allem in den Regionen, die mangels qualifizierten Personals keine oder fast keine medizinische Versorgung bieten können. Demnach sollten alle unbesetzten Stellen aufgelistet werden, damit brasilianische Ärzte bei ihrer Bewerbung die von ihnen angestrebten Verwendungsorte angeben können. Nur im Fall des Falles, dass sich trotzdem nicht genügend heimische Ärzte finden, sollten ausländische Ärzte herangezogen werden

Die brasilianischen Ärzteverbände  hingegen wollen das Programm nicht vollinhaltlich unterstützen, ohne vorher ein paar Punkte klarzustellen. Sie fordern die Regierung unter anderem auf, keine Stellen und auch keine Arbeitsbewilligungen für ausländische Ärzte ohne genauere Überprüfung des jeweiligen universitären Abschlusses freizugeben, auch sollten perfekte portugiesische Sprachkenntnisse eine Voraussetzung für die Aufnahme von ausländischen Ärzten sein.

Inskriptionen eröffnet

Seit vergangener Woche sind die Inskriptionen für die Teilnahme an diesem Programm möglich, Ärzte, Spitäler und Gesundheitszentren können sich mittels eines Formulars eintragen lassen. Laut Angaben der brasilianischen Zeitung Jornal do Brasil haben sich bisher in ganz Brasilien immerhin 1.874 Städte, deren Gesundheitssystem nicht über genügend qualifizierte Arbeitskräfte verfügt, für die Teilnahme an diesem Programm angemeldet

Weitere Ziele des Programms

Ein weiterer Teil dieses anspruchsvollen Programms sieht eine Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium vor, um die Zahl der Studienplätze für angehende Mediziner zu erhöhen. Das Gesundheitsministerium ist auch bereit, zusätzlich 15 Milliarden Reai (umgerechnet ca. 5 Milliarden Euro) in die Verbesserung der Infrastruktur der bestehenden Spitäler und Gesundheitszentren zu investieren. Die Hoffnungen der brasilianischen Bevölkerung und der Ärzte beruhen derzeit darauf, dass dieses Projekt und das angestrebte hochgesteckte Ziel in der Tat passend und effizient umgesetzt werden.  

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