Porzescharte-Attentat 1967 war von italienischen Staatsstellen manipuliert – Unzensuriert
Porzescharte-Attentat 1967 war von italienischen Staatsstellen manipuliert

Mehr als 46 Jahre nach dem angeblichen Porzescharte-Attentat 1967, für das von italienischen Staatsstellen die Südtiroler Freiheitskämpfer Erhard Hartung, Peter Kienesberger und Egon Kufner verantwortlich gemacht worden waren, bringt der österreichische Militärhistoriker Hubert Speckner nun Licht ins Dunkel der damaligen Ereignisse. In seinem Buch “Zwischen Porze und Roßkarspitz – Der Vorfall vom 25. Juni 1967 in den österreichischen sicherheitsdienstlichen Akten” erschüttert er die bis heute von italienischen Kreisen geschürte Fama vom Terroranschlag und stellt gleichzeitig die Reputation von Hartung, Kienesberger und Kufner wieder her.

Auf der Grundlage neuer Dokumente, die dem Historiker nun vorliegen, wird das bestätigt, was österreichische Gerichte bereits Ende der sechziger Jahre festgestellt hatten: Die drei Aktivisten des Befreiungsausschusses Südtirol hatten mit dem Tod von drei italienischen Soldaten und eines Carabinieri nichts zu tun. In Italien waren Kienesberger und Hartung zu lebenslänglicher, Kufner zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Nur weil sie sich in anderer Mission in der Nähe des vermeintlichen Tatortes zu dieser Zeit aufgehalten hatten, verdächtigte man sie des vierfachen Mordes durch ein Sprengstoffattentat. Das alles offensichtlich, weil es in den Plan des italienischen Geheimdienste passte.

Tatort und Tathergang manipuliert?

Wie Speckners Buch, das am 31. August in Wien offiziell präsentiert wird, nun nach Auswertung von umfangreichen Geheimunterlagen in den Raum stellt, könnte sich die Angelegenheit rund um den Tod der vier Italiener gänzlich anders zugetragen haben. So fand unweit des angeblichen Tatortes am Kreuzbergsattel eine Verminungsübung des italienischen Militärs statt. Dort könnte es zu einem Unfall gekommen sein, wonach die Opfer auf die Porzescharte geschafft worden sein sollen. Dahinter sollen einflussreiche italienische Geheimdienstkreise gestanden haben, die Ende der Sechziger eine Machtübernahme in Italien vorbereiteten und denen ein “terroristischer Anschlag” von außen gerade recht kam.

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