TV-Diskussion: Zwei leere Stühle für Faymann und Spindelegger

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. So kommentierte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky die peinlichen Absagen von Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Michael Spindelegger (ÖVP) an der vom ORF geplanten TV-Konfrontation mit allen Parteichefs. Die Wahlkampfmanager der beiden werden schon wissen, warum. Aber die Angst vor der TV-Konfrontation, die stets hohe Einschaltquoten jenseits der 1,2 Millionen Zuseher hat, könnte das Image von Faymann und Spindelegger, denen ohnehin längst der Makel der Feigheit anhaftet, noch mehr beschädigen.

Wer traut Faymann wirklich zu, dass er – wie er auf Wahlplakaten vorgibt – das Land in stürmischen Zeiten mit einer sicheren Hand führt? Wer traut Spindelegger zu, einmal standhaft zu bleiben und nicht gleich zurück zu rudern, wenn ihm medialer Gegenwind droht? Beide, Faymann und Spindelegger, sind sogar zu feig, um zuzugeben, dass sie auch Urlaub machen. Ob sich Österreich wirklich solche Regierungschefs wünscht, die bei geringstem Widerstand das Handtuch werfen?

Angst vor einem Millionenpublikum

Für Kenner der beiden war die Absage an den ORF wenig überraschend. In den Parteizentralen wurde schon länger spekuliert, diese TV-Diskussionen platzen zu lassen. Aus Sicht der SPÖ- und ÖVP-Wahlkämpfer eine unumgängliche Entscheidung, denn was hätten Faymann und Spindelegger vor einem Millionenpublikum schon gegen einen HC Strache ausrichten können? Der FPÖ-Chef hätte beide vorgeführt wie Tanzbären, denn was Faymann und Spindelegger mit Österreich angestellt haben, geht auf keine Kuhhaut mehr.

Die FPÖ ist übrigens nicht die einzige Partei, die sich über den Diskussions-Boykott aufregt. BZÖ-Sprecher Rainer Widmann sagte: „Zwei leere Stühle sind das Mindeste. Sie stünden symbolisch für die Inhaltsleere der Regierungspolitik.“ Es ist aber zu befürchten, dass es nach den Absagen der Großparteien keine TV-Diskussionen geben wird. Der ORF plant für den 26. September eine sogenannte Schlussrunde. Wie diese genau aussehen wird, wisse man noch nicht, so ein Sprecher gegenüber dem Kurier.  

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