Neue Eskalation bei Tiroler ÖVP-Liste „Vorwärts“

Eine neue Eskalationsstufe hat der Streit bei der Tiroler ÖVP-Liste „Vorwärts Tirol“ erreicht. „Vorwärts Tirol“ war vor der Landtagswahl unter der Schirmherrschaft der ehemaligen ÖVP-Landesrätin Anna Hosp und der Innsbrucker ÖVP-Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer aus der Taufe gehoben worden. Ähnlich wie in der Landeshauptstadt wollte man der eigenen Mutterpartei Konkurrenz machen, gleichzeitig jedoch im oppositionellen Lager Stimmen abräumen. Mit vier Mandaten konnte man ein achtbares Ergebnis erzielen, doch bereits unmittelbar nach der Wahl begannen die Streitigkeiten.

Obwohl als ÖVP-„Alternativliste“ konzipiert, hatte man sich den ehemaligen SPÖ-Verkehrslandesrat Hans Lindenberger als Spitzenkandidaten geangelt. Dieser machte sich allerdings unmittelbar nach der Landtagswahl als Obmann und Klubchef von „Vorwärts Tirol“ im wahrsten Sinne des Wortes selbstständig. Gemeinsam mit seinen Abgeordneten-Kollegen Andrea Krumschnabel, Josef Schett und Maria Zwölfer ging Lindenberger seinen eigenen Weg. Nach Streitigkeiten mit Hosp und Oppitz-Plörer erklärte sich der Landtagsklub für „unabhängig.“ Im Gegenzug wurde Lindenberger als Parteiobmann von Hosp und Oppitz-Plörer abgesägt. Nun landete der Fall sogar vor Gericht.

Feststellungsklagen und betrügerische Krida werden diskutiert

Aktuell laufen mehrere rechtliche Auseinandersetzungen zwischen den „bürgerlichen Aktivisten“. Gegen die Absetzung als Landesparteiobmann am 18. Juli 2013 hat Klubobmann Lindenberger zwischenzeitlich eine Feststellungsklage beim Gericht in Innsbruck eingebracht. Gleichzeitig klagte der Parteigönner Johann Berchtold seine Wahlkampfunterstützung mit einer Gesamtsumme von 850.000 Euro ein. Lindenberger und sein „unabhängiger Landtagsklub“ weigern sich im Gegenzug jedoch, die Parteienförderung beim Land Tirol zu beantragen. Dies führte umgehend zum Vorwurf durch Berchtolds Anwalt, dass der Landtagsklub damit „Untreue und betrügerische Krida“ begehe.

Die Wähler und Anhänger von „Vorwärts Tirol“ werten dies jedenfalls als „bürgerliches Trauerspiel“ und werden sich wohl genau überlegen, ob sie bei den nächsten Wahlen nicht gleich einer tatsächlichen Oppositionspartei wie der FPÖ die Stimme geben sollen.

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