„Spitzel“ Strobl steht nach wie vor auf der ORF-Gehaltsliste

Der frühere ORF-Kommunikationschef Pius Strobl, der nach dem Vorwurf, er habe Gespräche von Mitarbeitern und eine Stiftungsratssitzung abgehört, den Stuhl räumen musste, steht nach wie vor auf der Gehaltsliste des ORF. Die Zeitschrift Profil hat in der jüngsten Ausgabe außerdem festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft nach wie vor gegen den Ex-Parade-Grünen ermittelt.

FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger hatte Strobl wegen des „Missbrauchs von Tonaufnahme- und Abhörgeräten“ angezeigt, nachdem eine Mitarbeiterin des Kommunikationschefs am Rande einer Sitzung des ORF-Stiftungsrats im Herbst 2010 ein Gespräch der Direktoren Karl Amon, Wolfgang Lorenz und Thomas Prantner mitgeschnitten hatte. Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen zu diesem Faktenkreis, wie von der APA berichtet, im Juni eingestellt. Offen ist dagegen weiterhin der Vorwurf aus Stegers Anzeige, Strobl habe auch die eigentliche Sitzung des Stiftungsrats mitschneiden lassen. Dies bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber Profil.

Pikanterie am Rande: Strobls Beratungsunternehmen steht – im Zusammenhang mit dem Smart-Card-Tausch für digitalen Satellitenempfang und der Einspeisung der ORF-Spartenkanäle in kommunale Kabelnetze – nach wie vor auf der Honorarliste des ORF. Laut Profil betragen Strobls Einnahmen daraus 150.000 Euro.

„Alimente“ für Grün-Günstling Strobl

„Der ORF muss endlich aufhören, den Grün-Günstling Strobl zu alimentieren. Es ist unerhört, dass der ehemalige Kommunikationschef trotz weiter aufrechten Spitzelverdachts bereits 150.000 Euro für angebliche Beratung kassiert hat“, stellt FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher Harald Vilimsky zum profil-Bericht fest. „Es kann nicht sein, dass der ORF einerseits die Politik permanent um Geld anbettelt und dann nicht einmal willens ist, derartige Versorgungsverträge aufzukündigen“, so Vilimsky.

Der FPÖ-Generalsekretär verweist auch auf nach wie vor beste Beziehungen Strobls zur Grünen Parteispitze. „Bei der Verbots- und Überwachungspartei ist er wohl mit dem Vorhaben, Menschen mit anderen Meinungen abzuhören und zu bespitzeln, noch im Ansehen gestiegen. Daher ist es auch kein Zufall, dass er weiterhin enger Berater von Glawischnig, Pilz und Co. sein soll“, so Vilimsky. Es sei allerdings eine Frage des bei den Grünen leider fehlenden Anstands, für diese Beratungsleistungen selbst aufzukommen und sie nicht vom ORF und damit von allen zwangsverpflichteten Gebührenzahlern begleichen zu lassen, empfiehlt Vilimsky der selbsternannten Sauberkeitspartei.

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