Mitten im Wahlkampf: Rote rebellieren gegen SPÖ-Parteispitze

Die oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ) will auch nach der Wahl im Parlament bleiben. Doch die Partei mag sie nicht mehr, seit sie offen gegen die Parteilinie fährt. So wurde die „Illoyale“ auf eine unwählbare Stelle gereiht. Dies wiederum finden viele in der Sozialdemokratie höchst undemokratisch und starteten eine Rettungsaktion für Ablinger.

Sonja Ablinger machte auf sich aufmerksam, als sie im Parlament gegen Partei und Regierungslinie stimmte. Bei der Europapolitik, dem Fiskalpakt und dem Fremdenrecht war ihr die persönliche Gewissensfrage wichtiger als die Loyalität zur SPÖ. So schnell konnte Ablinger gar nicht schauen, war sie schon weg vom Fenster. SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (ebenfalls SPÖ) dürften dabei eine Intrige gegen die „Feindin“ im eigenen Lager geschmiedet haben, denn bei der Erstellung der Landesliste in Oberösterreich scheint Linksauslegerin Sonja Ablinger erst auf dem dritten Platz auf. Damit ist ihr neuerlicher Einzug ins Parlament praktisch unmöglich geworden. Einzige Chance für die rote Rebellin: Parlamentspräsidentin Barbara Prammer müsste ihr Mandat über die Bundesliste annehmen. Angeblich hat Prammer dies bei einem Gespräch, bei dem Ablinger dabei war, auch versprochen. Doch die Präsidentin will davon nichts mehr wissen und erst nach der Wahl entscheiden, welches Mandat sie annimmt. SPÖ-Kenner halten das für ein abgekartetes Spiel zwischen Faymann und Prammer, um eine unliebsame Person elegant loszuwerden.

SPÖ-Wähler fordern von Prammer gelebten Parlamentarismus

Allerdings haben die beiden die Rechnung ohne die Basis-Sozialisten gemacht. Denn dort sammelt man eifrig „Stimmen für Sonja“, um Ablingers Wiedereinzug ins Parlament zu ermöglichen. Prominenter Unterstützer dieser Plattform ist Rudolf Scholten, der Prammer auch einen persönlichen Brief schrieb. Besonders aktiv agiert in dieser Sache die aufmüpfige Sektion 8 in Wien. Ablingers Freunde fordern die Nationalratspräsidentin auf, sich nicht in den Dienst innerparteilicher Befindlichkeiten zu stellen, sondern für gelebten Parlamentarismus stark zu machen. Wenig schmeichelhaft für Prammer, dies sogar von den Funktionären der eigenen Partei hören zu müssen.

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