Euro-Banken haben 375 Milliarden Euro neue Risiken produziert

Die Euro-Banken kommen aus dem gigantischen Haftungskarussel nicht mehr heraus. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Royal Bank of Scotland (RBS) zeichnet ein erschreckendes Szenario. Allein seit 2012, so die RBS-Studie, haben sich zusätzliche Risiken von mehr als 375 Milliarden Euro in den Bilanzen angehäuft. Die Eigenkapitalquote bei Spitzeninstituten wie Deutsche Bank, Crédit Agricole und Barclays sinkt weiter, gleichzeitig steigen die potentiellen Haftungssummen ins Unendliche. Um das Risiko eines Bailouts zu reduzieren, müssten allein die Euro-Spitzeninstitute mittelfristig Forderungen von nicht weniger als 661 Milliarden Euro abstoßen. Doch diese Forderungen möchte keiner kaufen, handelt es sich doch zu einem nicht unwesentlichen Teil um sogenannte Schrott-Papiere, also Veranlagungen, die kaum etwas wert sind.

Nehmen die Euro-Banken die strengen Regeln von Basel III ernst, dann müssen sie rund 3,2 Billionen Euro an Veranlagungen aus ihren Büchern loswerden, das sind rund 10 Prozent ihrer Gesamtveranlagungen. Allein die kleinen und mittleren Institute sitzen gemäß Basel III auf 2,6 Billionen Euro an solchen Veranlagungsrisiken.

Interbankengeschäft in Südeuropa ist zusammengebrochen

Vor allem der Bankensektor in den EU-Südstaaten Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Zypern ist weiterhin ein Hochrisikobereich. So ist das Interbankengeschäft zwischen Kreditinstituten in Südeuropa de facto zusammengebrochen. Frisches Geld für die Banken im Süden kommt eigentlich nur mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit entsteht aber tatsächlich eine Kreditklemme für die Realwirtschaft, da die Banken mit dem EZB-Geld vor allem ihre Risiken auf den internationalen Finanzmärkten abzudecken versuchen.

 

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