Großbritannien kämpft mit rollenden Botschaften gegen illegale Einwanderer

Groben Schätzungen zufolge befinden sich mehrere hunderttausend illegale Einwanderer auf den Inseln Großbritanniens. Um das Problembewusstsein in der Öffentlichkeit zu fördern und um diese Einwanderern zu einer freiwilligen Ausreise zu bewegen, hat die britische Regierung nun eine Botschaft. Auf großen Plakaten ist neben einem Bild von Handschellen der Spruch “In the UK illegally? Go home or face arrest” zu finden – zu deutsch also: “Illegal in Großbritannien? Geh nach Hause oder werde verhaftet.

Rollende Mahnungstafeln

Auf den Plakaten findet sich eine Telefonnummer für eine Anlaufstelle, die die benötigte Hilfe für die Ausreisedokumente geben kann. Zusätzlich wird die Möglichkeit erwähnt, auf diese Art ohne Festnahme und Haft das Land verlassen zu können.

Das Spektakuläre an diesen Anzeigen ist, dass sie nicht nur als Zeitungsanzeigen, sondern auch auf großen Plakatwänden an Kleintransportern zu finden sind. Diese umgerüsteten Autos fahren durch die nördlichen Bezirke Londons, welche am häufigsten mit illegalen Einwanderern zu kämpfen haben. Momentan werden zwei der Transporter von der britischen Regierung als Pilotprojekt eingesetzt.

Cameron befürwortet Kampagne 

Der liberale britische Wirtschaftsminister Vince Cable nennt die Maßnahme des Innenministeriums “dumm und beleidigend”. In einem Fernsehinterview mit dem Sender BBC nannte er mehrere Kritikpunkte: Problematisch findet er vor allem, dass die Angesprochenen nicht in der Lage seien, die englischen Sätze des Plakates zu verstehen. Außerdem vermittle es der Bevölkerung, dass in Großbritannien gewaltige Probleme herrschen würden, es gebe zwar Probleme mit illegalen Einwanderern, aber keine gewaltigen. Der konservative Premier David Cameron entgegnete unterdessen durch seinen Regierungssprecher, dass der sogenannte “Go-Home-Van” bereits positive Auswirkungen auf die illegalen Einwanderer habe. 

Kontinentaleuropäische Medien jubilierten dieser Tage, dass die britische Werbe-Regulierungsbehörde die Kampagne ins Visier genommen und unter “Rassismus-Verdacht” gestellt habe. Die Phrase “Go Home” werde als besonders “beleidigend und verantwortungslos” empfunden, weil sie an einschlägige Slogans rassistischer Gruppierungen in Großbritannien erinnere.

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