Nur 16 Prozent der Österreicher halten den ORF für unabhängig

53 Prozent der Österreicher meinen, dass die ORF-Information einzelne Parteien bevorzugt – besonders die SPÖ. Zu diesem brisanten Ergebnis so kurz vor der Nationalratswahl kam das Linzer Meinungsforschungsinstitut market im Auftrag des Wirtschaftsmagazins trend. Befragt wurden die Österreicher, wie unabhängig sie das öffentlich-rechtliche Fernsehen einschätzen.

Wenn also ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ZIB-Anchorman Armin Wolf bei jeder Gelegenheit die Unabhängigkeit ihres Senders preisen, glauben ihnen die Österreicher das nicht. Zumindest die überwiegende Mehrheit ist anderer Meinung. Nur 16 Prozent sind es, die die Berichterstattung des ORF als objektiv ansehen.

Medienunterstützung für Regierungsparteien

Von jenen, die eine ORF-Schlagseite sehen, meinen 93 Prozent, die SPÖ werde bevorzugt, 66 Prozent nennen die ÖVP, 17 Prozent die Grünen, je sieben Prozent FPÖ und Team Stronach und ein Prozent das BZÖ. Grundsätzlich wird die Unabhängigkeit des ORF nüchtern eingeschätzt: 48 Prozent sehen tendenziell eine Abhängigkeit.

Mit dem ORF als Speerspitze können sich die Regierungsparteien einer geballten Medien-Unterstützung sicher sein. Denn nicht nur das Staatsfernsehen hängt am Gängelband von SPÖ und ÖVP, sondern auch Zeitungen. Laut einer rein quantitativen Erhebung der APA-Tochter Mediawatch brachten es SPÖ- und ÖVP-Politiker in den ersten sieben Monaten des Superwahljahres auf deutlich mehr Nennungen als Oppositionspolitiker. Höchste Medienpräsenz  genießt demnach Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) mit 14.005 Nennungen vor Michael Spindelegger (ÖVP) mit 11.807 Nennungen. Maria Fekter (ÖVP) kam in Österreichs Tageszeitungen mit 9.601 Nennungen noch öfter vor als HC Strache (FPÖ), der auf 9.322 Nennungen kam. Wobei natürlich auffällt, dass die Medien tunlichst danach trachten, Strache negativ vorkommen zu lassen.

Gekaufte Berichterstattung

Während es beim ORF so läuft, dass Parteizentralen auch direkt in die Informationssendungen eingreifen, weil dort Redakteure am Werk sind, die der Partei ihre Karriere verdanken, werden Zeitungen sehr oft mit Werbeeinschaltungen für eine genehme Berichterstattung gekauft. Besonders krass ist es in Wien, wo durch den Presse- Informationsdienst der Stadt (PID) Millionenbeträge an die Verlage fließen und wo dadurch die Pressefreiheit praktisch abgeschafft ist.

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