Öllinger verteidigt Glawischnigs halbherzige Distanz zu Cohn-Bendit

Normalerweise ist (Noch-)Nationalratsabgeordneter Karl Öllinger schnell zur Hand mit schlüpfrigen Anschuldigungen gegen andere Parteien, insbesondere gegen seinen speziellen Dorn im Auge, die FPÖ. Kommt es aber vor, dass seiner grünen Mutterpartei eine Sache zu Recht schlecht ausgelegt wird, kämpft er vehement um deren nicht mehr zu rettendes Image. Meinungsverfolger Öllinger fühlte sich erst unlängst genötigt, auf seinem Facebook-Profil klarzustellen, dass es bei den österreichischen Grünen nie Sympathien für Pädophilie oder pädophilen Neigungen gegeben habe oder noch gebe.

Umso seltsamer, dass Parteigenossin Eva Glawischnig im Jahr 2011 den berüchtigten, in Deutschland zuletzt immer stärker in Verruf geratenen Daniel Cohn-Bendit zu einem Stell-Dich-Ein nach Wien geladen hat.

Glawischnig distanziert sich nur von Texten

?Für viel medialen Wirbel sorgte dieses Treffen zwischen der grünen Bundessprecherin und dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Europäischen Parlament, Cohn-Bendit, gewohnterweise nicht. Dabei erklärte Daniel Cohn-Bendit als vermeintlicher „Kinderfreund“ über Jahre hinweg in abartigen Texten und Videos, wie reizvoll pädophile Begegnungen für ihn seien.

Glawischnig zeigte sich darüber – erst jetzt – gegenüber der Wiener Zeitung betroffen: „Ich finde auch den Text von Daniel Cohn-Bendit unerträglich, selbst unter der Berücksichtigung, dass vor 38 Jahren ein anderes gesellschaftliches Klima herrschte. Das hätte niemals geschrieben werden dürfen.“ Auf tatsächliche pädophile Übergriffe, die bei Cohn-Bendit zumindest vermutet werden dürfen, bei anderen deutschen Grünen erwiesen sind, hat Glawischnig mit keinem Wort reagiert – nur auf die Texte.

Öllinger nachsichtig mit halbherziger Distanzierung

Öllinger selbst verteidigte – wie der Blog erstaunlich.at dokumentiert – im Zuge seiner Reinwaschungskampagne auf Facebook seine Parteikollegin und rechtfertigte ihr Treffen mit Cohn-Bendit damit, dass sie seine Texte doch schon für „unerträglich“ erklärt hat. Ihm genügt das. Bei den Verfehlungen der eigenen Gesinnungsgenossen ist der Großinquisitor gegen „Rechts“ eben nachsichtig.

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