Kolumbien: Doch kein Ende der Proteste

Die Proteste in Kolumbien scheinen doch kein Ende nehmen zu wollen. Seit fast zwei Wochen versucht Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, die teils gewaltsamen Demonstrationen und Proteste gegen seine Agrarwirtschaftspolitik in den Griff zu bekommen, auch mit Hilfe der Armee.

Die Proteste begannen Anfang März mit anhaltenden Demonstrationen und Straßenblockaden der kolumbianischen Bauern, welche sich von der kolumbianischen Regierung nicht ausreichend unterstützt fühlten. Kurzfristig schien ein Ende der Proteste in Sicht, denn am 3. August 2013 hoben die protestierenden Bauern laut Angaben des Fernsehsenders Telesur etliche Straßenblockaden auf und zeigten sich verhandlungsbereit. 

Ein ganzes Land streikt

Am 19. August kam es jedoch zu einer neuerlichen Protestwelle, dabei waren nicht nur Bauern beteiligt, sondern dieses Mal schlossen sich auch Lastwagenfahrer, Bergarbeiter, Ärzte, Studenten und Lehrer sowie andere Sparten der Agrarwirtschaft und etliche indigene Gruppen den landesweiten Protesten und Streiks an. 

In ganz Kolumbien beherrschen seit diesem Tag Streiks und Proteste das Straßenbild, auch kam es immer wieder zu heftigen Demonstrationen und Straßensperren. Die bekanntgegebenen Forderungen der Protestierenden betreffen grundlegende Veränderungen in der aktuellen Wirtschafts- und Agrarpolitik des Landes, wobei die Menschen von raschen Resultaten bei der Umsetzung des Forderungskatalogs ausgehen.

Möglichst rasche Umsetzung wird gefordert

Es werden Forderungen gestellt, die wie ein starkes Medikament wirken sollten – also rasch und auf der Stelle. Dass Veränderungen in der aktuellen Wirtschafts– und Agrarpolitik Kolumbiens erforderlich sind, wird kaum bestritten, aber diese gewünschte rasche und möglichst erfolgreiche Umsetzung ist bei nüchterner Betrachtung wenig wahrscheinlich.

Um den vielen Straßensperren ein Ende zu bereiten, wurden etwa 50.000 Soldaten eingesetzt, welche nur zur Überwachung der Autobahnen dienen. Für die Regierung ist es inakzeptabel, dass andere Menschen in ihrem Grundrecht auf freie Beweglichkeit im ganzen Land beschnitten werden. 

Eskalationen nehmen kein Ende 

Präsident Santos bat die Bevölkerung, die Proteste friedlich verlaufen zu lassen, was aber in bestimmten Regionen des Landes nicht eintrat. Im Gegenteilzwischen Polizei und Protestierende kam es zu einer Gewalteskalation, wobei Menschen schwer verletzt wurden. Ein Ende der Konflikte in Kolumbien ist bisher noch nicht in Sicht.

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