Gedanken 330 Jahre nach der Türkenbelagerung

Auch dieses Jahr gedenkt man des 12. Septembers des Jahres 1683, an dem im Zuge der zweiten Türkenbelagerung etwa 168.000 osmanische Kämpfer den verbliebenen 4.000 Verteidigern Wiens gegenüberstanden. Damals wurde der „Goldene Apfel“ Wien vom 14. Juli bis 12. September 1683 belagert und in letzter Not durch den vom Heiligen Stuhl finanzierten Einsatz einer katholischen Liga unter der Führung des polnischen Königs Sobieski vor der Einnahme durch die Türken gerettet.

Eine starke Allianz

Die Stadt war damals von einer hochmodernen Festungsanlage umgeben, die überall auf der Erde als schier uneinnehmbar galt. So verlagerten sich die Osmanen auf den von ihnen vorzüglich beherrschten Minenkrieg. Sie untergruben die Befestigungsanlagen und versuchten diese durch Sprengungen zum Einstürzen zu bringen, sie unterminierten im wahrsten Sinne des Wortes die Stadt. Dennoch konnte man die eindringenden Türken in die Flucht schlagen. Man kann sehen: Gegen Mauern laufen, sich auf offene Kämpfe einlassen, führt nicht wirklich zum Erfolg – schon gar nicht, wenn festentschlossene Verteidiger, wie es gar 1683 der Fall war, eine Allianz mit kulturell Gleichgesinnten bilden können.

Heute sind die Türken in Wien

Wurden sie damals zurückgeschlagen, sind viele Türken heute auf friedlichem Weg in Wien angekommen. Beginnend in den sechziger bis achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis heute sind Gastarbeiterfamilien zugezogen und waren trotz finanzieller Anreize nicht mehr dazu zu bewegen, in ihre Heimat zurück zu gehen. Der Datenbank von Statistik Austria ist zu entnehmen, dass allein zwischen 2002 und 2012 circa 158.500 türkisch-stämmige Menschen in Wien verblieben sind, es bleibt noch eine an dieser Stelle nicht zu schätzende Dunkelziffer zu addieren.

Eingebürgert, und damit nicht mehr in die „Ausländerstatistik“ fallend, wurden allein in Wien von 2003 bis 2012 rund 15.280 Personen türkischer Herkunft. Den Statistiken kann man auch entnehmen, dass das Hauptmotiv, sich hier niederzulassen, in der guten Versorgung liegt, gefolgt von der Möglichkeit, sich frei bewegen zu können. Unbestritten attraktiv sind auch die Beschäftigungsmöglichkeiten hierzulande.

Das Heer des Kara Mustafa hatte etwa 200.000 Mann – man kann gratulieren: 330 Jahre später sind sie alle wohlbehalten und bestens versorgt in der Stadt angekommen.

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