Grüne streiten über ihre politische Zukunft in Deutschland

Bei den deutschen Grünen ist nach dem schwachen Abschneiden bei der Bundestagswahl (8,4 Prozent) ein Richtungsstreit ausgebrochen: Vor allem die beiden Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt stehen im Brennpunkt der Kritik vieler Parteianhänger und Funktionäre. Die beiden hatten mit ihren Überlegungen zu neuen und höheren Steuern Wähler massiv verschreckt. Dazu kam, dass die Rolle der Grünen bei der Unterstützung der Pädophilen-Lobby in den achtziger Jahren bei vielen Menschen zu massiver Kritik und Ablehnung geführt hat. Jürgen Trittin und Volker Beck haben hier Altlasten hinterlassen, die knapp drei Jahrzehnte später zu einer Gegenbewegung gegen die Grünen geführt haben. Nun will sich die Partei in ein Linksbündnis mit SPD und Linkspartei flüchten, um doch noch in die Regierung zu kommen.

An der Spitze der Kritiker steht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er wirft vor allem Trittin vor, abgehoben agiert und mit seiner belehrenden Art sowohl Wähler als auch Funktionäre verärgert zu haben. Er möchte ernsthafte Verhandlungen mit CDU/CSU aufnehmen, um eine Große Koalition zwischen den Unionsparteien und der SPD zu verhindern.

Grünen-Chef Özdemir setzt auf die Linkskoalition in Rot-Rot-Grün

Der Grüne Parteivorsitzende Cem Özdemir setzt unterdessen ganz auf eine Linkskoalition in Rot-Rot-Grün. Er sieht das als „Kurs der Eigenständigkeit“ und lobt die Linkspartei als „demokratische Partei“, mit der man verhandeln müsse und sie nicht ausgrenzen dürfe. Auch der gescheiterte Spitzenkandidat Trittin setzt auf die Linkspartei. Gleichzeitig fürchten viele Grüne Vorstandsmitglieder aber auch Neuwahlen, wenn es zu instabilen Regierungsbündnissen kommt. Bei Neuwahlen gilt ein Einzug der konservativ-liberalen Alternative für Deutschland als so gut wie sicher und auch die gerade vom Wähler abgestrafte FDP könnte wieder in den Bundestag einziehen. Die derzeit vorhandene linke Mehrheit wäre damit in Gefahr.

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