Abgänge bei Stronachs Polittruppe werden inflationär

Kaum ist die Tinte der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner unter dem amtlichen Wahlergebnis der Nationalratswahlen vom 29. September 2013 trocken, zerbröselt die neue Fraktion des Team Stronach auch schon wieder. Quer durch das Land gibt es Abgänge in den Reihen von Frank Stronachs Polittruppe. Parteigründer Frank Stronach ist offensichtlich mit dem bescheidenen Wahlergebnis von weniger als sechs Prozent mehr als unzufrieden, deshalb rollen Köpfe.

Vor allem die Mitbegründer des Team Stronach und Ex-BZÖler Robert Lugar, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, Erich Tadler und Stefan Markowitz sind in Ungnade gefallen oder nicht mehr dabei.

Stronachs Stammmannschaft löst sich wieder auf

Nur wenige Tage nach den Nationalratswahlen gibt es fortgesetzte Auflösungserscheinungen im Team Stronach. Stronach selbst hat unter anderem den bisherigen Klubobmann Robert Lugar, den Nationalrats-Wahlkampfmanager Tillmann Fuchs und die bisherige niederösterreichische Landesparteiobfrau Elisabeth Kaufmann-Bruckberger mit sofortiger Wirkung abgelöst. Lugar wird durch die Stronach-Vertraute Kathrin Nachbaur in der Klubführung ersetzt, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger bleibt zwar Landesrätin, als Landesobfrau ersetzt sie allerdings Renate Heiser-Fischer. Fuchs wird ohne Ersatz aus seinen Diensten entlassen, dafür wird Lugar zum „einfachen Abgeordneten“ degradiert. Und auch die Landesobleute von Kärnten, Gerhard Köfer, und Salzburg, Hans Mayr, hat man abberufen.

Nach dem schwachen Abschneiden in vielen Bundesländern rumort es auch dort. Der ebenfalls aus dem BZÖ abgeworbene Stefan Markowitz hat als Kärntner Spitzenkandidat keinen Sitz mehr, ebenso wenig der Salzburger Erich Tadler. Bei diesem sprechen die Medien gar von einem Parteiausschluss und dessen Landesparteiobmann Hans Mayr, ein ehemaliger ÖVPler, denkt laut über eine Abspaltung von der Oberwaltersdorfer Stronach-Truppe nach. Und auch in Tirol soll die glücklose Landestruppe schon ein „Kündigungsschreiben“ erhalten haben. Dazu kommt, dass mit Monika Lindner eine Bundeslistenkandidatin in den Nationalrat gewählt worden ist, die ihr Mandat künftig in den Reihen der ÖVP ausüben könnte.

Frank zieht gemeinsam mit seiner engsten Vertrauten Nachbaur aber nicht nur einen personellen Kahlschlag durch, sondern fordert nun auch das von ihm investierte Geld in das Team Stronach zurück. Insgesamt 15 Millionen soll Stronach nun als gegebene Darlehen von seinen Landesgruppen in Kärnten, Salzburg und Niederösterreich zurückverlangen.

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